Debatte um einstige Treppe im Regionalbad. Senkrechte Leitern seien für betagte oder gebrechliche Mitbürger völlig ungeeignet, sagt Pensionistin. Gemeinde kontert: „Dafür kann man jetzt richtig schwimmen.“

Von Thomas Schindler. Erstellt am 28. Oktober 2020 (04:44)
Vor dem Umbau zum Regionalbad gab es noch eine Treppe in den Pool. Jetzt handelt es sich um ein Sportbecken – und für solche sind nur senkrechte Leitern vorgesehen.
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Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann – diese Weisheit trifft offenbar auch auf das neue Regionalbad in Gänserndorf zu. Während die einen das generalsanierte und umgebaute alte Hallenbad in den höchsten Tönen loben, kritisieren die anderen das neue Konzept der Anlage.

Statt wie einst im Wasser zu stehen und zu planschen, liegt nun der Schwerpunkt im sportlichen Bahnen-Schwimmen – sehr zum Ärger von Sigrid Jomni aus Prottes. Die 65-jährige Pensionistin besuchte schon früher gerne das Hallenbad: „Ich war froh, als das Bad nach der Sanierung wieder aufsperrte und kaufte mir sofort eine Jahreskarte.“

Die Freude verflog, nachdem Jomni zum ersten Mal im Becken war: „Ich habe Probleme mit einem Bein und konnte kaum aus dem Wasser steigen – rein geht es, aber raus nicht. Diese senkrechten Leitern sind für gebrechliche Personen eine Katastrophe. Warum kann man nicht wieder eine Treppe mit Handlauf, wie es sie früher gab, montieren?“ Der für das Regionalbad zuständige VP-Sportstadtrat Max Beck erklärt: „Jetzt handelt es sich um ein wettkampftaugliches Sportbecken. Eine Treppe würde die Schwimmer stören, da verliert man gleich zwei bis drei Bahnen.“

Für gebrechliche Badbesucher gebe es in Gänserndorf trotzdem die Möglichkeit, einfach ins und aus dem Becken zu kommen, nämlich mithilfe des Pool-Lifts. Diesen lehnt die Protteserin allerdings ab: „Ich bin ja nicht querschnittsgelähmt. Für Leute wie mich würde eine einfache Treppe reichen.“ Darauf Beck: „Diese wird es aber aufgrund der vorhin genannten Gründe nicht mehr geben.“

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