FPÖ: „Es geht nicht um Ideologie“. Kanalisation, Zivilschutz und medizinische Versorgung werden die Wahlkampfthemen der Blauen sein.

Von Sandra Frank. Erstellt am 05. Dezember 2019 (04:53)
Sie sind bereit für den Gemeinderatswahlkampf: Stadtrat Peter Vlasak (l.) und Ingrid Öhler werden die Freiheitlichen anführen. Landtagsabgeordneter Dieter Dorner ist überzeugt, dass die „Kameraden in Gänserndorf“ Zugewinne einfahren werden.
Sandra Frank

Es gibt drei Kernthemen, mit denen die Gänserndorfer Freiheitlichen in den Gemeinderatswahlkampf gehen wollen: Der Ausbau der medizinischen Versorgung mit eigenem Krankenhaus für Gänserndorf, der Zivilschutz und die Sanierung der Kanalisation.

Das taten die Blauen bei einer Pressekonferenz in der Vorwoche kund, bei der die vorläufige Kandidatenliste präsentiert wurde. Wie berichtet bilden Stadtrat Peter Vlasak und Gemeinderätin Ingrid Öhler die Doppelspitze.

"Und wir haben hier ein Team, das unserer Werte repräsentiert"

„Ich bin zuversichtlich, dass die Kameraden in Gänserndorf gut abschneiden werden“, bekommen dir Freiheitlichen Rückendeckung von Landtagsabgeordnetem Dieter Dornern. Die bundespolitische Situation sei für die FPÖ zwar nicht besonders gut, die Gemeinderatswahlen seien aber Persönlichkeitswahlen. „Und wir haben hier ein Team, das unserer Werte repräsentiert“, meint Dorner.

Beim Zivilschutzverband sei man gerade dabei, einen „komplett neuen Katastrophenschutzplan“ für Gänserndorf zu erstellen, berichtet Vlasak von viel Arbeit. Aber es sei eben wichtig, dass man im Fall der Fälle, zum Beispiel bei einem „Blackout“, wisse, was zu tun ist.

Einziger Bezirk ohne Spital: „Eine Sauerei!“

Dass Gänserndorf der einzige Bezirk ohne eigenes Krankenhaus ist, sei nicht zu akzeptieren, meint Dorner. „Es ist eine Sauerei, dass sich hier seit Jahren nichts tut.“ Zum einen sei der 100.000-Einwohner-Bezirk der einzige ohne eigenes Spital, und: Gänserndorf zähle zu jenen zwei Bezirken im Land, die am stärksten wachsen würden. „Es geht nicht darum, ein Statussymbol zu holen, das nächste Krankenhaus ist 40 Minuten entfernt“, spricht Dorner von Mistelbach und Hainburg. Diese Tatsache sei „leider ein negatives Alleinstellungsmerkmal von Gänserndorf“.

Die Tagesklinik sei kein Ersatz für ein „richtiges“ Klinikum. Ein erster Etappensieg wäre es laut FPÖ aber, wenn diese zu 100 Prozent funktionieren würde. Die technischen Geräte würden jetzt nicht voll ausgenützt und es gebe zu wenig Personal. „Ziel ist aber klar ein vollwertiges Krankenhaus. Alles andere ist ein nice-to-have.“

Öhler und Vlasak stimmen dem zu: „Es bräuchte flankierende Maßnahmen, zum Beispiel günstige Wohnungen für Ärzte, oder Praxisräume, um das Personal zu motivieren“, meint der Stadtrat.

Das dritte wichtige Thema für die Freiheitlichen ist die Sanierung der Kanalisation. Warum? „Sie ist veraltet und unterdimensioniert, weil sie mit dem Wachstum der Stadt nicht mithalten kann“, erklärt Vlasak.

"Die Wirtschaft folgt den Verkehrsströmen"

„Sträflich vernachlässigt“ wurde laut Dorner das Thema Verkehr. Am Beispiel der Nordautobahn sei zu erkennen: „Die Wirtschaft folgt den Verkehrsströmen.“ Entlang der A5 seien hundert Arbeitsplätze geschaffen worden. Dem Umstand, dass Gänserndorf ein Auspendlerbezirk ist, könne durch den Bau des Lobautunnels oder der Marchfeld Schnellstraße S 8 – voraussichtlicher Baubeginn ist im Jahr 2021 – entgegengewirkt werden.

Auf die Zusammenarbeit mit den Gänserndorfer Parteien angesprochen, sagt Vlasak: „Mit dem Bürgermeister haben wir ein überaus korrektes Verhältnis und eine gute Gesprächsbasis.“ Er lobt, dass alle Themen in den Ausschüssen gut vorbesprochen werden. Öhler ergänzt: „Wir haben viele Projekte wie das Regionalbad, den Busbahnhof, die neue Volksschule oder im Straßenbau mitgetragen.“

Mit den Grünen, die die Vizebürgermeisterin stellen, sei das Verhältnis nicht so gut, spielt Öhler auf die Tatsache an, dass die Öko-Partei sie aus dem Gänserndorfer Wählerverzeichnis streichen lassen wollte. „Die Grünen sind offensichtlich nicht an einer Zusammenarbeit mit anderen Parteien interessiert“, ergänzt Dorner. „Außerdem gibt es mit ihnen keine Schnittpunkte“, meint Öhler.

Vlasak ist hier aber eines wichtig: „Gemeindepolitik ist nicht ideologiebehaftet.“ Wenn es in Gänserndorf viele Kinder gebe, dann müsse eben einen neuen Kindergarten errichten. „Wir sind auf Gänserndorf vereidigt worden, darauf liegt unser Fokus“, sagt Öhler.