Mitarbeiter gesucht: „Wir sind mitten in einem Umbruch“

Erstellt am 03. August 2022 | 05:40
Lesezeit: 3 Min
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Die Stadtgemeinde Gänserndorf sucht in vielen Bereichen neue Mitarbeiter. „Es findet gerade ein Generationswechsel statt“, erklärt Bürgermeister René Lobner.
Foto: Sandra Frank
Ein Generationenwechsel spielt sich in der Stadtgemeinde Gänserndorf ab. Seit 2020 gab es 64 Neubesetzungen, einige Stellen sind noch offen.

In letzter Zeit häufen sich die Stellenausschreibungen im Gänserndorfer Rathaus. „Als ich Bürgermeister geworden bin, wurde mir klar, dass zwischen 2020 und 2025 ein Generationswechsel bei den Mitarbeitern stattfinden wird. Da sind wir jetzt mitten drinnen“, erklärt Stadtchef René Lobner.

Manche Mitarbeiter gehen in Pension, andere sind in Altersteilzeit oder orientieren sich beruflich neu. In manchen Bereichen werde einfach mehr Personal gebraucht, weil Gänserndorf in den vergangenen Jahren gewachsen ist. Dabei denkt Lobner etwa an die Hort- und Kleinkinderbetreuung. Wie berichtet, wurden die Kindergärten der Stadt saniert und erweitert, darum braucht es in diesen Bereichen auch mehr Mitarbeiter.

Leider gebe aus aber auch Langzeitkrankenstände, die abgedeckt werden müssen. „Wenn jemand zwei Wochen ausfällt, ist das kompensierbar. Wenn es aber Monate dauert, dann müssen wir nachjustieren“, sagt Lobner im NÖN-Gespräch.

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Foto: Vogg

Eine Hürde, die Stellen nachzubesetzen, sei die Bezahlung. „Wir geben bei den Ausschreibungen immer das Mindestgehalt an.“ Doch dies kann durch anrechenbare Vorzeiten, Pauschalen oder diverse Zulagen erhöht werden. „Turnusdienste sind auch nicht für jedermann“, denkt er etwa an die Arbeitszeiten eines Hallenwarts.

Punkten könne die Stadtgemeinde auf jeden Fall damit, wohnortnahe Jobs anzubieten. „Man erspart sich das Pendeln und erhält somit viel Lebenszeit“, meint Lobner. Außerdem zahle die Gemeinde stets pünktlich, die Bediensteten müssen keine Angst haben, dass ihr Arbeitgeber in Konkurs geht, Urlaube sind flexibel einteilbar. Außerdem seien die Jobangebote innerhalb der Stadtgemeinde vielschichtig – sie reichen vom klassischen Techniker im Wasserwerk bis zur Kinderbetreuung.

Mit Anfang Juli wurden zwei Stellen im Bauhof besetzt. Das freut den Stadtchef. Insgesamt hat es seit 2020 64 Neueintritte in den Gemeindedienst gegeben, davon zehn Personen allein in der Verwaltung.

Alles in allem seien die Nachbesetzungen „komplex und nicht immer einfach“, sagt Lobner, der weiß, dass dies kein Alleinstellungsmerkmal der Stadtgemeinde Gänserndorf ist. Im Bezirk beklagen einige Gemeinden, für ausgeschriebene Stellen niemanden zu finden. Lobner berichtet auch von Bürgermeistern anderer Bezirkshauptstädte, die mit denselben Herausforderungen zu kämpfen haben.