Stahl, Beton & Muskelkraft für neues Hallenbad. Die Sanierungsarbeiten laufen auf Hochtouren. In genau einem Jahr soll die Anlage eröffnen.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 20. Februar 2019 (05:18)
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VP-Bürgermeister René Lobner bei der Besichtigung der Baustelle: „Das ganze Projekt ist sehr komplex und man kann es nicht mit dem Neubau einer Schule oder eines Kindergartens auf einer grünen Wiese vergleichen.“

Stahl und Beton dominieren derzeit die Baustelle im Bereich des ehemaligen Gänserndorfer Hallenbades. Man kann es fast nicht glauben, dass genau in einem Jahr sein Nachfolger – das neue Regionalbad – in Betrieb gehen soll. Beim Lokalaugenschein mit VP-Bürgermeister René Lobner konnte sich die NÖN selbst vom Fortschritt der Bauarbeiten überzeugen.

Der Stadtchef zeigt sich zufrieden: „Die Sanierung läuft nach Plan. Auch im Winter wurde hier fleißig gearbeitet.“ Warum spricht Lobner eigentlich von Renovierung und nicht von Neubau? „Weil 53 Prozent des Altbestandes erhalten bleiben – das komplette Untergeschoß und ein Teil des Erdgeschoßes. Diese Bereiche werden natürlich generalsaniert.“

Nagelneu hingegen wird das Herzstück des künftigen Bades: Das große Schwimmbecken. Im Vergleich zum alten Bad wird es um 90 Grad versetzt errichtet. Lobner: „Das ganze Projekt ist sehr komplex und man kann es nicht mit dem Neubau einer Schule oder eines Kindergartens auf einer grünen Wiese vergleichen.“

"Hier hat man eine gute Lösung gefunden"

So wurden zum Beispiel zahlreiche Punktfundamente des ehemaligen Bades nicht angerührt und wiederverwendet. Grund: Zwischen ihnen verlaufen überall Röhren von alten Weinkellern. Hätte man die Fundamente herausgerissen und erneuert, hätte man die Kellerröhren vermutlich beschädigt: „Natürlich wurde von Bau-Experten geprüft, ob die Fundamente noch in Ordnung sind – und die Sachverständigen gaben grünes Licht“, erklärt der Bürgermeister.

Eine große Herausforderung war auch die Planung des künftigen gemeinsamen Vorplatzes von Regionalbad und Konrad Lorenz Gymnasium. Lobner: „Wir haben dort verschiedene Niveaus, was die Gestaltung und Entwässerung der großen Fläche schwierig macht. Aber auch hier hat man eine gute Lösung gefunden.“

Zur Erinnerung: Das alte Bad, errichtet 1980, war nicht nur desolat, sondern auch schwer defizitär – 450.000 Euro Verlust produzierte es zuletzt jedes Jahr. Das neue Regionsbad wird etwa 7 Millionen Euro kosten, wobei ca. die Hälfte von diversen Förderungen stammt.

Über 20 Kommunen des Bezirks haben ebenfalls eine finanzielle Unterstützung zugesagt. Der Deal: Sie unterstützen das Gänserndorfer Regionalbad die nächsten 20 Jahre jährlich mit einem Euro pro Einwohner – als Gegenleistung erhalten sie unter anderem Ermäßigungen beim Bad-Besuch.