Parkplatz-Problem: Grünstreifen als Zankapfel

Gerhard und Helmut Trenz wollen, dass die Gemeinde Gänserndorf den Grünstreifen vor ihrem Haus asphaltiert. Die Gemeinde lehnt dies ab.

Erstellt am 20. Oktober 2021 | 05:31
Helmut und Gerhard Trenz beim umstrittenen Grünstreifen vor ihrem Haus.
Helmut (l.) und Gerhard Trenz beim umstrittenen Grünstreifen vor ihrem Haus.
Foto: Manuel Mattes

Die Brüder Gerhard und Helmut Trenz – beide wohnen im Haus von Helmuts Tochter am Tigerweg und sind gesundheitlich angeschlagen – giften sich. Grund: Seit einiger Zeit werden sie von der Polizei abgemahnt oder gar gestraft, wenn sie vor ihrer Wohnstätte parken.

„Wegen eines unnötigen Grünstreifens direkt vor dem Haus dürfen wir nicht vor dem Grundstück parken, weil die verbleibende Fahrbahn dann nicht mehr breit genug ist“, so die Brüder unisono.

Den Grünstreifen gebe es bereits seit vielen Jahren, lange Zeit sei das Parken vor dem Haus auch kein Problem gewesen. „Erst seit dem Vorjahr hat sich die Exekutive offenbar auf uns eingeschossen“, beklagen Helmut und Gerhard Trenz, beide Kfz-Besitzer mit Behindertenausweis.

Gemeinde lehnt Behindertenparkplatz ab

Das Auto etwas weiter entfernt abzustellen sei keine Option, schon gar nicht für Gerhard Trenz, der seit Jahren im Rollstuhl sitzt. Das Ansuchen zur Errichtung eines Behindertenparkplatzes vor dem Grundstück wurde von der Gemeinde mit der Begründung abgelehnt, dass „die Liegenschaft über ausreichend Kfz-Abstellflächen verfügt und sie sich nicht in einem dicht verbauten Gebiet mit einem Mangel an Parkmöglichkeiten befindet“. Mittlerweile haben die Brüder auch das Land NÖ eingeschaltet, das das Anliegen an die zuständige Abteilung weitergeleitet habe.

Was wollen sie eigentlich? „Wir möchten, dass die Randsteine der Verkehrsinsel vor dem Haus entfernt werden und die Fläche innerhalb asphaltiert wird, sodass sie mit dem Rollstuhl befahrbar ist“, so die beiden. Bezahlen müsse das die Gemeinde.

Gemeinde hatte schon Lösung ausverhandelt

ÖVP-Verkehrsstadtrat Wolfgang Halwachs sieht dies anders. Er war selbst vor Ort, um sich ein Bild von der Verkehrssituation zu machen: „Die Brüder haben eine Garage sowie ein Carport auf ihrer Liegenschaft. Außerdem können sie vor der Garageneinfahrt auf öffentlichem Grund parken.“ Ein Behindertenparkplatz sei somit keinesfalls notwendig.

Und was ist mit der Forderung, dass die Gemeinde den Grünstreifen asphaltiert? Halwachs: „Diesbezüglich hatten wir uns mit Helmut Trenz schon auf etwas anderes schriftlich geeinigt. Die Gemeinde hätte kostenlos Rasengittersteine und das Material für den Unterbau zur Verfügung gestellt.“ Trenz wiederum hätte die Steine verlegt – so die Vereinbarung. Halwachs: „Dann kam plötzlich der Bruder und verlangte den Behindertenparkplatz ...“