Synagoge: Zaun ärgert Ökos. Gemeinde lehnt Jubiläumsfest für ehemaliges Bethaus ab. Grüne sind überzeugt: „Feier findet statt.“

Von Thomas Schindler. Erstellt am 15. Mai 2019 (04:00)
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Weil der Vorgarten laut Gemeinde immer wieder zugemüllt war, stellte sie einen Bauzaun vor der ehemaligen Synagoge auf.

Rund um die ehemalige Synagoge in der Bahnstraße gibt es wieder Aufregung. Grund: Ein Mitbürger, der derzeit noch anonym bleiben möchte, will ein Jubiläumsfest für das Bethaus, das genau vor 130 Jahren errichtet wurde, organisieren. Von der Gemeinde bekam er nun eine Absage. Dafür wurde ein Bauzaun aufgestellt – für die Grünen rund um Fraktionssprecherin Beate Kainz ein gefundenes Fressen. Sie glaubt nicht an einen Zufall.

Was sagt VP-Bürgermeister René Lobner? „Das eine hat überhaupt nichts mit dem anderen zu tun. Den Bauzaun haben wir aufgestellt, weil der Vorgarten ständig zugemüllt war.“ Warum wurde das Jubiläumsfest untersagt? Lobner: „Weil derzeit die Untersuchungen des Bundesdenkmalamtes wegen der Unterschutz-Stellung laufen. Das Haus ist auch baufällig, dort kann man kein Fest feiern. Da wollten wir kein Risiko eingehen.“ Kainz kontert: „Die Feier hätte ja gar nicht im Gebäude stattfinden sollen, sondern davor auf der Bahnstraße.“ Auch das Argument mit dem Müll lässt die Grüne nicht gelten: „Der Postkasten dort quillt über. Nicht einmal den hat die Gemeinde ausgeräumt.“

Für Kainz, die das nach wie vor geplante Fest unterstützt, kommt die Ablehnung „nicht gut an“. Wieso? „Weil das Gebäude existiert und das Jubiläum auch. Daran gibt es nichts zu rütteln.“ Die Grüne weiß auch, dass sich der anonyme Mitbürger nicht geschlagen gibt. Er werde bei einer anderen Behörde um eine Genehmigung für das Fest ansuchen: „Und diese auch bekommen.“ Zur Erinnerung: Die Gemeinde wollte die desolate Synagoge schon im Vorjahr abreißen – dafür gibt es auch einen gültigen Stadtratsbeschluss. Daraufhin schaltete sich das Bundesdenkmalamt ein und stellte das Gebäude kurzerhand unter Schutz. Das Bundesverwaltungsgericht hob den Bescheid in der Folge wieder auf, worauf das Denkmalamt die Synagoge erneut unter Schutz stellte.

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