Gänserndorf

Erstellt am 09. Januar 2019, 02:50

von Thomas Schindler

Wasseraufbereitungsanlage: OMV im Grünen-Visier. Die Öko-Partei ortet bei geplantem Projekt Explosionsgefahr sowie viele offene Fragen. Die OMV kontert: Alle Bedenken seien absolut unbegründet.

Grünen-Bezirkssprecherin Beate Kainz: „Fliegt bei einem Verkehrsunfall alles in die Luft?“  |  Schindler

Der Plan der OMV Austria Exploration & Production GmbH, die Wasseraufbereitungsanlage bei der Öl-Messstation „Schönkirchen V“ – sie befindet sich auf Gänserndorfer Gemeindeboden – zu erweitern, stößt den Grünen sauer auf. Grund: Das dortige Wasser-Öl-Gas-Gemisch soll laut Öko-Partei eine Explosionsgefahr darstellen und der von der Behörde vorgegebene 30-Meter-Sicherheitsabstand zur Straße nicht eingehalten werden. Die OMV hingegen kann die Aufregung nicht nachvollziehen.

Grünen-Bezirkssprecherin Beate Kainz erklärt: „Sieht man sich die Projektunterlagen genauer an, wird schnell klar, dass es in erster Linie nicht um eine Wasseraufbereitung geht, sondern darum, dass die Auswirkungen von verschiedenen chemischen Flüssigkeiten auf Zentrifugen getestet werden sollen.“

Kainz: "Explodiert dann alles?"

Die Grundidee für den OMV-Plan sei grundsätzlich nicht verwerflich, so Kainz, aber: „Es darf nicht sein, dass die zuständige Behörde das Konzept möglicherweise widerstandslos bewilligt, obwohl die OMV den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von 30 Metern auf rund 7 Meter reduziert.“

Die Grüne bringt ein Beispiel: „Was ist, wenn es auf der Straße zu einem Verkehrsunfall mit Funkenflug kommt? Explodiert dann alles?“ Was Kainz weiters stört: „Nirgends steht, was mit dem verunreinigten Wasser passiert. Was ist, wenn die Becken aufgrund von Starkregen überlaufen? Werden dann das Erdreich und das Grundwasser kontaminiert?“ Der Schutz von Mensch und Umwelt müsse immer vor jeglichen industriellen Interessen gestellt werden, so die Grünen-Sprecherin abschließend.

Was sagt die OMV zur Kritik? „Beim Projekt handelt es sich um eine Pilotanlage zur Aufbereitung von zusammen mit Rohöl produziertem Lagerstättenwasser, das nach der Reinigung wieder in die Lagerstätte eingebracht wird.“ Die Anlage soll in kleinem Maßstab und für einen begrenzten Zeitraum die Eignung zur Wasseraufbereitung mittels Zentrifugen erforschen.

OMV: „Becken werden regelmäßig entleert“

Es sei auch die Anwesenheit von geschultem Personal während des Betriebs der Anlage vorgesehen. Die Becken werden zwischen einmal wöchentlich und einmal täglich durch Fachfirmen mittels Saugtankwagen entleert. Und: „Der Füllstand der Wannen wird durch Detektoren überwacht und bei Ansprechen dieser wird jeder weitere Zufluss unterbunden. Auch bei Starkregen bleibt genügend Zeit für eine Entleerung mittels Saugtankwagen.“ Ein Überfüllen der Becken könne somit ausgeschlossen werden.

Und was ist mit dem Sicherheitsabstand bzw. der Explosionsgefahr? „Die Anlagenteile werden als dauerhaft technisch dicht ausgeführt. Das Ergebnis einer Risikoanalyse hat gezeigt, dass keine Gefährdung durch den geplanten Abstand ausgeht“, so die OMV.