Zählertausch im Auftrag von EVN: Bürger in Sorge

Die EVN setzt nun auch Fremdfirmen im Raum Gänserndorf ein, um die neuen „Smart Meter“ zu installieren. Haken an der Sache: Die Techniker sind nicht sofort als EVN-Mitarbeiter erkennbar.

Erstellt am 06. Oktober 2021 | 05:50
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So sehen die neuen digitalen Stromzähler, die sogenannten „Smart Meter“, aus.
Foto: Thomas Schindler

Die EVN, genauer die Netz NÖ, ist derzeit im Raum Gänserndorf unterwegs, um in privaten Haushalten die alten Stromzähler gegen neue „Smart Meter“ zu tauschen. Dass die losgeschickten Techniker teilweise nicht als EVN-Mitarbeiter erkennbar sind, sorgt bei einigen Mitbürgern nun für Unbehagen.

Josef G. (Name der Redaktion bekannt) aus Gänserndorf-Süd bekam vergangene Woche Besuch. Im NÖN-Gespräch erinnert er sich: „Plötzlich läutete es an meiner Tür. Draußen stand ein Mann mit einem Elin-T-Shirt und einem offenbar privaten Auto. Er sagte, er tausche im Auftrag der EVN den Zähler.“ Der Gänserndorfer – mit Hund „bewaffnet“ – ließ den Arbeiter werken, aber nicht aus den Augen. 15 Minuten später war alles erledigt und der Fremde verabschiedete sich wieder.

Besuch war nicht angekündigt

„Ich finde es schon seltsam, dass der Mann nichts dabei hatte, was auf die EVN hinwies. Sein Besuch war auch nicht angekündigt“, so Josef G. Und weiter: „Dem werden sicherlich manche ältere Mitbürger gar nicht die Tür öffnen, weil sie Angst vor einem Raub oder Betrug haben.“

Was sagt die EVN dazu? Sprecher Stefan Zach: „Ich verstehe die Besorgnis. In diesem Fall dürfte aber etwas falschgelaufen sein.“ Der Zählertausch werde immer schriftlich angekündigt. Außerdem hätte der Techniker einen Ausweis tragen müssen, der besagt, dass er im Auftrag von Netz NÖ tätig ist.

Und warum kommen nicht EVN-Mitarbeiter selbst? Zach erklärt: „Wir müssen beim Zählertausch aus verschiedenen Grünen das Tempo erhöhen. Deshalb arbeiten jetzt auch Fremdfirmen für uns.“ Welche Gründe sind das? „Weil derzeit viele Photovoltaik-Anlagen installiert werden und auch immer mehr Energiegemeinschaften entstehen. Um diesen beitreten zu können, sind die Smart Meter Voraussetzung.“