73-Jährige aus Strasshof nun ohne Pflege. Caritas stellte Betreuung einer Querschnittsgelähmten ein. Sie habe das Personal aufs Ärgste beschimpft.

Von Robert Knotz. Erstellt am 01. April 2020 (04:11)
Die Patientin habe das Pflegepersonal wüst beschimpft, behauptet die Caritas. Foto: Shutterstock/SpeedKingz
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Die Strasshoferin Claudia R. ist empört über die Caritas. „Der Pflegedienst hat die Betreuung meiner 73-jährigen Bekannten gekündigt“, berichtet die Frau im NÖN-Telefonat. Die querschnittsgelähmte, betagte Christina A. (Namen der Redaktion bekannt) müsse zweimal täglich gewickelt und gewaschen werden. Um alle anderen Belange kümmere sie sich selbst, so R.

Die Gründe für die Beendigung des Pflegevertrags mit der Caritas glaubt R. zu kennen: „Sie hat sich mehrmals beschwert. Auch darüber, dass eine Pflegerin mit demselben Wasser, mit dem ihr Gesäß gereinigt wurde, anschließen die Füße gewaschen hat.“ Einmal habe man eine Pflegerin geschickt, die es trotz Anweisungen der Bekannten nicht schaffte, die
Frau mit einem Speziallift aus dem Rollstuhl ins Bett zu befördern.

Bereits im Vorjahr habe es Probleme mit dem Pflegedienst gegeben, diese konnten jedoch aus der Welt geschafft werden und der Vertrag wurde wieder verlängert. Heuer habe R. für ihre Bekannte dreimal Einspruch gegen die Kündigung, die am 31. März Wirksamkeit erlangte, erhoben, wurde aber jedes Mal abgewiesen. „Ich verstehe das wirklich nicht, die Pflegerinnen kommen eigentlich sehr gerne zu ihr. Auch wenn sie sich manchmal beschwert“, so R. weiter.

„Die erhobenen Vorwürfe wollen wir auf das Entschiedenste zurückweisen. Die Betreuung der genannten Kundin hat sich über die vergangenen Jahre bedauerlicherweise immer wieder äußerst schwierig und für unsere Mitarbeiterinnen als sehr herausfordernd gestaltet“, kontert Martin Gantner von der Caritas Österreich.

Bereits vor einem Jahr habe man darauf hingewiesen, dass im Fall weiterer verbaler Eskalationen von der Betreuung Abstand genommen werden müsse. Dies sei nun vor etwa vier Wochen leider passiert. „Selbstverständlich haben wir die Dame über etwaige alternative Pflegeangebote informiert – in der Hoffnung, dass sie ein besseres Einvernehmen mit einem anderen Pflegedienstanbieter findet“, so Gantner weiter.

Er legt Wert darauf, festzustellen, dass die Kündigung der Betreuung noch vor Beginn der aktuellen Ereignisse rund um die Coronakrise erfolgte.