Rot und Grün auf der Jagd in Zistersdorf . David Schramm (SPÖ) und Helmut Aigner (Grüne) rittern für ihre Parteien um Wählerstimmen. Wichtig sind dabei die Themen Kinderbetreuung, Mobilität und Wohnen.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 20. Januar 2020 (03:46)
David Schramm (SPÖ) und Helmut Aigner (Grüne)
NÖN; Grünen

Seit etwas mehr als einem Jahr ist Bürgermeister Helmut Doschek im Amt. Für seine bisherige Arbeit erhält er von David Schramm (SPÖ) die Note „Zwei minus“, Helmut Aigner (Grüne) gibt Doschek ebenfalls eine Zwei. Für Schramm steht fest: „Der Bürgermeister ist gut in der Einbindung der anderen Parteien, aber es gibt noch Luft nach oben.“

Schramm ist bei dieser Wahl erstmals Spitzenkandidat der Sozialdemokraten und möchte mit einem „Mix aus Jung und Alt“ im Team überzeugen. Für die Wahl hat die SPÖ ein Arbeitsprogramm erstellt. Wichtige Themen sind darin die Kinderbetreuung, der öffentliche Verkehr und das Wohnen.

"Moderates Wachstum der Einwohnerzahl"

Im Sozialbereich fordert Schramm längere Betreuungszeiten und niedrigere Kosten für die Eltern. Beim Verkehr denkt er an moderne Lösungen wie Car-Sharing, zudem kann sich Schramm eine Reaktivierung der Bahnstrecke nach Drösing (Nordbahn) vorstellen. Freie Gemeindewohnungen würde der SPÖ-Kandidat gerne in geförderte Startwohnungen umwandeln. Er spricht sich zudem für ein moderates Wachstum der Einwohnerzahl aus.

Nicht so glatt lief es bei den Grünen: Karl Kolar und Helmut Aigner kündigten bereits 2018 ihren Rückzug aus der Gemeindepolitik an. In den letzten Wochen gab es bei den Grünen allerdings Streitigkeiten zwischen Orts- und Bezirkspartei. Mit dem vorgeschlagenen Spitzenkandidaten war die Ortspartei nicht einverstanden.

In einem anonymen Schreiben wird der türkische Hintergrund des Mannes dafür verantwortlich gemacht. Für Aigner selbst steht fest: Man habe womöglich falsche Hoffnungen geweckt, der Kandidat habe sich aber sehr kurzfristig gemeldet und wollte sich nur mit dem Listenplatz eins zufrieden geben. Schlussendlich entschied man, dass der Grüne Spitzenkandidat Gemeinderatserfahrung haben muss.

In den kommenden fünf Jahren möchten sich die Grünen für bessere Radverbindungen in der Großgemeinde einsetzen. Auch ein Projekt von TU-Studenten für eine Begegnungszone am Schlossplatz möchte Aigner wieder aufgreifen.

Warum die Zistersdorfer Schramm und Aigner eine Vorzugsstimme geben sollen: Der SPÖ-Spitzenkandidat sieht konstruktive Politik ohne „gegenseitiges Anpatzen“ als eine seiner Stärken. Aigner reklamiert konsistente Politik für sich.