Ausstellung wirft Blick auf den Verkehr der Zukunft. Im Rahmen der Ausstellung „Bewegt“ wurde die Fortbewegung analysiert.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 25. September 2020 (04:20)
Im Rahmen der Ausstellung „Bewegt“ hielt Michael Meschik, Verkehrsplaner an der BOKU, seinen Vortrag „Mobilität, quo vadis?“
Kremsmayer

Die Entwicklung des Verkehrs ist geradezu das zentrale Problem bei der Erreichung der Klimaziele. Das machte Michael Meschik, Verkehrsplaner an der Universität für Bodenkultur, in seinem Vortrag „Mobilität, quo vadis?“ im Rahmen der Ausstellung „Bewegt“ im Groß-Enzersdorfer ARDO-Foyer klar. Denn während in Industrie, Energieproduktion und beim Heizen bereits einiges geschehe, so der Experte, zeigen die Trends beim Verkehr eindeutig in die falsche, nämlich in die ansteigende Richtung.

So hat sich der Energiebedarf für den Verkehr seit 1990 nahezu verdoppelt. Der Grund dafür: Wir alle legen immer längere Wege zurück, um dieselben Dinge zu erledigen wie früher, nämlich fürs Arbeiten, Einkaufen und die Erholung. Dies geschieht meist mit dem Auto. Und all dies ist auch mit immer höheren Kosten für die Allgemeinheit und größerem Platzbedarf im öffentlichen Raum verbunden.

All jene Verkehrsträger, die weitaus mehr Personen bewegen könnten, bekämen meist nur einen Bruchteil an Platz zugesprochen. Gut gemeinte Appelle, den Autoverkehr zu reduzieren, zeigten meist nicht gewünschte Wirkung, die Politik wage sich aber kaum an die Beschneidung des Individualverkehrs, so Meschik. Doch allein die Umstellung auf Elektrofahrzeuge könne nicht genug Energie einsparen, denn die Herstellung ist CO -intensiv und Platz brauchen die E-Autos genauso viel. Meschik ist eher pessimistisch, dass Klimaziele tatsächlich eingehalten werden könnten.

Harald Frey, Verkehrsplaner von der TU Wien, betonte in seinem Vortrag, dass die Ursache von Zersiedelung, Verlust von Nahversorgung und sozialen Einrichtungen in den Dörfern und Kleinstädten genau bei der auf den Autoverkehr ausgerichtete Infrastruktur liege. Für die Leute sei dadurch nämlich auch ein enormer Zwang zur Mobilität und damit eine immer größere Abhängigkeit vom Auto entstanden. Doch könne man auch mit genügend Entschlossenheit zumindest schrittweise in eine ökologisch nachhaltigere Richtung gehen.

Demnächst wird Raumplaner Peter Goergl „über das Kommen und Gehen in der Zwischenstadt“ referieren. Er wird beleuchten, was die Menschen in der Stadtregion Wien bewegt und warum dies eine Herausforderung ist.