Markt ist offen, Flieger lärmen: Nicht alle freuen sich. Es kehrt wieder Betriebsamkeit im und über dem Stadtl ein – nicht alle in Groß-Enzersdorf freuen sich darüber.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 05. Juni 2020 (04:57)
Am Frischemarkt rotten sich unglaublich viele Gäste zusammen, um endlich wieder ein Glas Wein unter freiem Himmel zu trinken. Winzer Rupert Döltl hat alle Hände voll zu tun, für genug Abstand zu sorgen.  Foto: Kremsmayer
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Allerorten spürt man den Aufwind nach dem Corona-Shutdown. Die Gemeindestube hat wieder offen, Grünen-Kulturstadtrat Martin Sommerlechner kündigt das verschobene Konzert in der Au an – es wird nun am 15. und 16. August stattfinden.

Das Altstoffsammelzentrum, ein ungeahnt begehrter Hotspot der Gemeinde, wird nun dreimal in der Woche nachmittags geöffnet und kann endlich wieder ohne Voranmeldung besucht werden.

„Der von der Corona-Pandemie gedämpfte Flugverkehr schickt sich wieder an, seine schlafraubenden Flüge aufzunehmen.“Adolf Obrist, langjähriger Kämpfer gegen den Fluglärm

Auch das öffentliche Leben blüht auf. Die Gemeinde arbeitet auf Hochtouren an barrierefreien Gehsteigen, der Fertigstellung des Radweges nach Oberhausen oder an der Neupflanzung von Bäumen, als Ersatz für die vom Klimawandel und der damit einhergehenden Trockenheit schwer geschädigten Bäume. Und Adolf Obrist, langjähriger Kämpfer gegen den Fluglärm, schreibt: „Der von der Corona-Pandemie gedämpfte Flugverkehr schickt sich wieder an, seine schlafraubenden Flüge aufzunehmen.“

Tatsächlich fliegt zwar die AUA nur Transportflüge und beginnt erst Mitte Juni mit Kurzstrecken, hingegen bedienen etwa die weißrussische Belavia, Korean Airlines oder die ungarische Wizzair auch den Personenverkehr

„Und von allen Seiten strömt Beistand herbei“, klagt Obrist: Vom Staat selbst, durch verringerte Gebühren der Austro Control. Daher könne man bald wieder mit altbekanntem Fluglärm rechnen: „Verständnis gibt es offenbar nur dort, wo man sich mit drohender Arbeitslosigkeit, Umsatzeinbußen und Insolvenzen gegenseitig ängstigen kann. Gesundheit und Ausbildung sind nicht der Rede wert.“