Plädoyer für Achtsamkeit. Ronnie Pelikan vom Roten Kreuz setzt sich für eine „Caring Community“ ein.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 24. Mai 2019 (05:07)
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Initiator Ronnie Pelikan im Bild unter anderem mit SP-Vizebürgermeister Michael Paternostro, SP-Bürgermeisterin Monika Obereigner-Sivec sowie VP-Gesundheitsstadtrat Peter Cepuder.

Für mehr Achtsamkeit in der Gemeinschaft, sprich eine „Caring Community“, setzt sich Ronnie Pelikan vom Roten Kreuz ein: Nachdem er SP-Stadtchefin Monika Obereigner-Sivec von seiner Idee überzeugen konnte, ging im Stadtsaal die Auftaktveranstaltung für das Projekt über die Bühne. Zahlreiche Vertreter von Vereinen und Institutionen waren ebenso gekommen wie interessierte Bürger, die mehr Achtsamkeit füreinander an den Tag legen wollen.

Eine „Caring Community“ ist eine fürsorgende Gemeinschaft in einem Stadtteil oder in einer Ortschaft, in der jeder Mensch Verantwortung übernimmt, so lautet jedenfalls die Definition. Die Idee stammt aus dem anglo-amerikanischen Raum und wurde in Deutschland und der Schweiz von meist konfessioniellen Pflege- und Hospizinstitutionen aufgegriffen.

"Fokus liegt auf Förderung von sozialer Kompetenz"

Hinter dem Sorgemodell steht die Einsicht, dass der Bedarf nicht allein durch professionelle Institutionen gedeckt werden kann, sei es bedingt durch den Rotstift im Sozialstaat, aber auch schon allein dadurch, dass die Menschen in unseren Breiten immer älter, oft einsam und pflegebedürftig werden. Der Fokus liegt deshalb auf der Förderung von sozialer Kompetenz und Achtsamkeit im unmittelbaren Lebensumfeld der Bürger, das Zusammenspiel von professioneller und privater Sorge.

In die Diskussion in Österreich involviert: Das Institut für Pastoraltheologie der Universität Graz und das Rote Kreuz. Pelikan war von der Idee begeistert: Er selbst hat im Privaten seinen dementen Vater gepflegt, seinen besten Freund beim Sterben begleitet und in der Gemeinde Orth auch eine „ideale Caring Community“ kennengelernt.

Nun wollte er die Idee weitertragen und stieß bei Obereigner-Sivec auf offene Ohren. Auch der Gemeinderat ist voll dahinter. Ein Förderprojekt wurde eingereicht und wird vom Fonds „Gesundes Österreich“ unterstützt. Es wird bis 2022 laufen und von der Uni Graz begleitet.