Vandalen attackierten „Holzfrauen“. Figuren der Künstlerin Edith Touré, die bei der Ausstellung „Bewegt“ in Groß-Enzersdorf im Außenbereich zur Schau standen, wurden zerstört und gestohlen.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 02. Oktober 2020 (04:01)
Die Awarin, eine der demolierten Frauenfiguren der Ausstellung „Bewegt“, landete wieder im Atelier der Künstlerin Edith Touré (im Bild mit Kulturstadtrat Martin Sommerlechner).
Kremsmayer

Die Ausstellung „Bewegt“ in Groß-Enzersdorf bewegt offenbar die Gemüter in vielfältiger Weise. Die Holzfiguren, gefertigt von der Stadtler Künstlerin Edith Touré, sollten die vielfältigen „Zuzüge“ aus bewegten Zeiten von der Jungsteinzeit über die Völkerwanderung bis zum Mittelalter, die in der Ausstellung behandelt werden, auch auf dem Weg zur Ausstellung – im Außenbereich – illustrieren.

Nun wurden vor allem die Frauen ordentlich attackiert, die „Awarin“ wurde demoliert, ebenso die mittelalterlichen Damen aus Bayern, die Steinzeitfrau ist sogar ganz verschwunden. „Möchte da jemand seine Vorfahren nicht kennen?“, fragt sich Kulturstadtrat Martin Sommerlechner. Edith Touré vermutet eher „ein Problem mit Frauen“ und versucht nun, einige Figuren zu retten und zu reparieren. Für die Steinzeitfrau wird sie auch einen Steckbrief aufsetzen und zur Suche aufrufen.

Derweil läuft die Ausstellung recht bewegt, die Besucherzahlen sind erfreulich, auch wenn größere (Schüler-)Gruppen ausbleiben müssen. Die Vorträge sind gut besucht, die Reaktionen auf die Ausstellung vorwiegend sehr positiv. In der vormaligen Kantine der Unilever neben der ARDO-Tiefkühlfabrik kann die Ausstellung, die neben der Besiedelungsgeschichte der Region auch die Historie des Donau-Oder-Kanals und des Flugfelds Aspern und die Entwicklung der Mobilität zeigt, noch bis 11. Oktober besichtigt werden.