Versöhnung bei 1.000-Jahr-Feier

Erzbischof Christoph Schönborn und Pfarrer Helmuth Schüller fanden bei der 1.000-Jahr-Feier der Probstdorfer Pfarre versöhnliche Worte für einen Konflikt, der bis 1995 zurückreicht.

Ulla Kremsmayer Erstellt am 17. September 2021 | 05:22
Festmesse zum Probstdorfer Millennium
Feierten gemeinsam die Festmesse zum Probstdorfer Millennium: Kardinal Christoph Schönborn (M.) und Pfarrer Helmuth Schüller (r.) versöhnten sich zur 1.000-Jahr-Feier.
Foto: Wolfgang Schwarz

Zur 1.000-Jahr-Feier der Probstdorfer Pfarre waren hohe Gäste angesagt, zu den regionalen Honoratioren von Bezirkshauptmann Martin Steinhauser über ÖVP-Landtagsabgeordneten René Lobner bis zu SPÖ-Bürgermeisterin Monika Obereigner-Sivec waren auch Kardinal Christoph Schönborn, Alt-Caritas-Präsident Franz Küberl und sogar die ehemalige Sekretärin Schönborns, Annemarie Fenzl, nach Probstdorf gekommen.

Schönborn fügte der historischen Feier eine geschichtsträchtige Predigt hinzu, enthielt diese doch die Versöhnung mit Pfarrer Helmuth Schüller, den er im Konflikt rund um das Kirchenvolksbegehren 1995 seines Amtes als Generalvikar enthoben hatte.

Das gemeinsame Feiern sei für ihn ein „großer Tag, für den er wirklich danken“ wollte. Alle wüssten, „dass wir nicht immer ein einfaches Verhältnis gehabt“ hätten, die Spannungen hätten auch eine große Krise der Kirche mitbewirkt.

Schönborn übte Selbstkritik

Selbstkritisch ging Schönborn auf seine eigene Unerfahrenheit in Leitungsfunktion ein, die damals dazu geführt hätte, dass er „das unselige Brieferl“ geschrieben hätte. „Wir alle brauchen die Vergebung Gottes und seine Barmherzigkeit. Wir brauchen dies auch untereinander.“

Schüller sei engagiert und verdient, habe die Pfarrerfürsorge gegründet – ebenso die Ombudsstelle für Missbrauchsopfer – und habe viel dazu beigetragen, die Glaubwürdigkeit der Kirche zu erhöhen und die Kirche zu einem Ort der Mitmenschlichkeit zu machen.

Zur Mitmenschlichkeit rief der Kardinal alle Festgäste auf: „Doch wir sind wohl nicht die Einzigen, die Schwierigkeiten hatten in den letzten 1.000 Jahren.“ Im Anschluss an Festmesse und Festreden wurde im Pfarrhof bei Speis und Trank weiter gefeiert.