Der Flut wird nun der Kampf angesagt. Umfangreiches Maßnahmenpaket soll helfen, künftig schwere Überschwemmungen in der Gemeinde zu verhindern.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 17. April 2015 (08:35)
NOEN, Mauritsch
Marianne Rickl und Josef Köpf präsentieren Pläne für den Hochwasserschutz in der Gemeinde.

Umfangreiche Maßnahmen zum Hochwasserschutz befinden sich derzeit am Ende der Planungsphase, bei positiven Verhandlungen mit den Grundeigentümern könnten die Bauarbeiten noch im Herbst dieses Jahres beginnen. Die NÖN sprach dazu mit VP-Bürgermeisterin Marianne Rickl und geschäftsführendem Gemeinderat Josef Köpf.

Der Regensommer 2014 brachte Überflutungen und Schlammeinbrüche. Diese möchte die Gemeindeführung künftig tunlichst vermeiden und hat gemeinsam mit dem Land NÖ – Abteilung Wasserbau – einen Maßnahmenkatalog ausgearbeitet. Geplant ist die Errichtung eines sogenannten wasserführenden Weges, der vom Königsbergweg hinter dem Ortsteil Gartenstadt bis hinüber zur Hörstatt reichen wird.

Dabei handelt es sich um einen asphaltierten Weg, der mit einem Schutzdamm in Richtung besiedeltes Gebiet abgesichert ist. Ein Auffangbecken mit 5.000 Kubikmeter Fassungsvermögen wird die Wassermassen aufnehmen, eine Ablaufvorrichtung sichert die geregelte Entleerung.

Grundeigentümer in Planung eingebunden

Die Gespräche mit den Grundeigentümern sind im Laufen, darunter sind auch einige, die vom letzten Hochwasser betroffen waren. Das Projekt ist auf ein hundertjährliches Hochwasser ausgerichtet. Bei der Planung sei auch eine eventuelle Siedlungserweiterung zu berücksichtigen.

Bedingt durch eine sehr hohe Förderung – 50 Prozent der Kosten übernimmt der Bund, zwischen 30 und 40 Prozent das Land NÖ – verbleibt nur ein kleiner Restkostenanteil bei der Gemeinde. Als „Nebenprodukt“ würde mit diesem Weg durch die direkte Anbindung der Gartenstadt an die Auersthalerstraße auch eine Verkehrsentlastung im Ortskern erfolgen. „Der Hochwasserschutz ist jedenfalls vorrangig“, so Rickl und Köpf unisono.

Zusätzlich werden im Zuge der Kommassierung vier neue Retentionsbecken als Erosionsschutz, ausgelegt auf ein 10 - 30-jährliches Hochwasser, errichtet. Damit können Wassermassen schon außerhalb der Ortschaft abgefangen werden.