Ziesel mit schweren Gesichtsverletzungen gerettet. EGS Haringsee im Bezirk Gänserndorf pflegt nach Fund in Garten in Großebersdorf (Bezirk Mistelbach) nun Jungtier „Yuki“ und bereitet es auf spätere Auswilderung vor.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 12. Juni 2019 (10:42)
Vier Pfoten

Ein bisschen wie einem Boxkampf entkommen – so sah das arme junge Ziesel aus, das vor genau einer Woche in einem Garten in Großebersdorf in Niederösterreich gefunden wurde: Es hatte eine aufgeschlagene Nase, ein verletztes Auge und eine ganz verschwollene linke Gesichtshälfte. Die Gartenbesitzerin brachte das verletzte Tier in die von VIER PFOTEN geführte Eulen- und Greifvogelstation Haringsee, wo es seither liebevoll gepflegt wird.

Vier Pfoten

„Wie das arme Ziesel zu diesen Verletzungen kam, wissen wir nicht“, sagt VIER PFOTEN Expertin Brigitte Kopetzky. „Die EGS-Tierpfleger haben es auf jeden Fall mit Medikamenten sowie einer Augensalbe behandelt und es mit Brei gefüttert. Yuki, wie wir den kleinen Boxchampion genannt haben, hat sich auch ganz brav diesen doch ungewöhnlichen Prozeduren unterworfen.“

Erfreulicherweise geht es dem herzigen Patienten auch mittlerweile schon viel besser. Kopetzky: „Die Schwellungen und Verletzungen im Gesicht sind fast schon ganz verheilt. Einer späteren Auswilderung von Yuki steht also nichts im Wege.“ Die EGS unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Hans Frey legt Wert darauf, ihre Schützlinge, wenn möglich, wieder in die Natur entlassen.

Ziesel sind kleine Nagetiere aus der Familie der Hörnchen, die in Kolonien leben und ganzjährig geschützt sind. Sie graben sich Bauten unter der Erde, in denen sie auch ihre Jungen aufziehen. Da es in unserer Umgebung nicht mehr viele unbearbeitete Freiflächen und Wiesen gibt, ist der Bestand an Zieseln stark rückläufig. Sie geraten leider auch häufig durch Bauvorhaben an bis dahin freien Flächen in Konflikt mit dem Menschen.