Handy-Video sorgt für helle Aufregung

Erstellt am 25. Februar 2014 | 23:59
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Foto: NOEN, Wessely
ZISTERSDORF / NÖN-Leser spricht von „untragbaren Zuständen“. Hauptschuldirektorin wehrt sich: „Das war ein Einzelfall.“

Völlig aufgebracht wandte sich ein Familienvater an die NÖN – und kritisiert die städtische Hauptschule heftig. Da sein Kind selbst die Schule besucht, möchte der Mann, dessen Name der Redaktion bekannt ist, verständlicherweise anonym bleiben.

Video von den Vandalenakten

„An dieser Schule herrschen Zustände, die meiner Meinung nach untragbar sind. Diebstähle, wo einem von Seiten der Schule erklärt wird, die Kinder seien ja nur ein Spiegel der Gesellschaft und etwas zu unternehmen mache ja eh keinen Sinn, das ist unerhört“, so Herbert K. (Name geändert, Anm.).

Neben den Diebstählen berichtet der Vater auch von Vandalenakten („Spinde werden eingetreten und zugeklebt“). Als Beweis schickte uns K. per E-Mail ein Video, auf dem ein Erstklässler zu sehen ist, der in der Garderobe randaliert und mit dem Fuß mehrmals gegen einen Spind tritt. Gefilmt und angefeuert wurde der Bursche in dem drei Minuten langen Handy-Video von seinem gleichaltrigen Kumpanen.

Garderobenspinde vor drei Jahren installiert 

Was sagt nun die Direktorin zu den Vorwürfen? „Es hat in den vergangenen Jahren keinen Diebstahl gegeben. Wir haben extra vor drei Jahren Garderobenspinde für die Schüler eingerichtet, damit die Kinder darin ihre Wertsachen verstauen können. Ich kann mich nur an einen Vorfall erinnern, bei dem eine Schultasche für einige Stunden vor der Spindtüre abgestellt wurde und anfangs von einem Diebstahl die Rede war. Später stellte sich aber heraus, dass zum Glück nichts gestohlen wurde“, erklärt Sandra Steineder-Storch im NÖN-Gespräch.

„Es wird von uns auch immer wieder darauf hingewiesen, die Wertsachen bitte alle im Spind zu verschließen“, ergänzt die Direktorin. Man könne bei 220 Schülern nicht überall Überwachungskameras installieren, sondern nur in Gesprächen auf mögliche Gefahren hinweisen.

„Kindern fallen leider manchmal Blödheiten ein“

Beim angeführten Vandalenakt spricht die Direktorin von einem bedauerlichen Einzelfall: „Ich kenne das Video und es hat sofort ein Gespräch mit den Kindern sowie mit den Eltern gegeben. Die beiden Erstklässler haben das Video selbst im Internet hochgeladen und den Vorfall sofort zugegeben. Sie sehen ihren Fehler ein.“ Für die Schüler habe es auch eine entsprechende Strafe gegeben. „Kindern fallen leider manchmal Blödheiten ein. Sie wissen selbst nicht, warum sie das gemacht haben.“

Die Zusammenarbeit mit den Eltern sei grundsätzlich gut: „Bei möglichen Problemen oder Beschwerden können Kinder wie Eltern jederzeit zu uns kommen.“ Einen Elternverein an der Schule gibt es übrigens nicht: „Die Kooperation funktioniert auch so wunderbar.“