Müllverbrennung: Bürger kritisiert GVU Hohenruppersdorf. Bürger kritisiert, dass Abfall nicht mit der richtigen Temperatur verbrannt werde. G.V.U.-Geschäftsführerin: „Übertragen Behandlung an konzessionierte Betriebe.“

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 28. März 2020 (05:34)
G.V.U.-Geschäftsführerin Kathrin Dürr: „Weitere Abfallbehandlung übernehmen andere Betriebe.“
G.V.U.

Schwere Vorwürfe erhebt Franz Wilding aus Rutzendorf gegen den Gemeindeverband für Umweltaufgaben (G.V.U). Müll werde nicht mit der richtigen Temperatur verbrannt, wodurch giftige Rauchgase entstehen würden.

In einem Leserbrief an die NÖN macht Wilding seinem Ärger Luft. „In der Verbrennungsanlage Spittelau wird Müll in einem Hochtemperaturofen mit Rauchgasreinigung verbrannt, wie das Gesetz es vorschreibt. Gewonnen wird Fernwärme. Solange man Erdöl zum Heizen unserer Häuser und Wohnungen verwenden kann, ist das mit der richtigen Filtertechnik wohl nicht so falsch“, so Wilding. Der Müll des G.V.U wird in Zistersdorf verbrannt und der G.V.U besitze gar keinen solchen Ofen. „Deswegen macht man das auch im tiefsten Weinviertel, und um einige Aktivisten zu beruhigen, beheizt man einige Glashäuser. Der Rest wird in die Luft geblasen“, ist Wilding empört. Er hat den G.V.U. bereits mit der Kritik konfrontiert: „Dort wird aber gemauert.“

„Hatte die Möglichkeit, Infos zu sammeln“

Ein halbes Jahr hat der Pensionist dort gearbeitet, weil er nicht zu Hause sitzen und auf den Tod warten wollte, wie er lakonisch bemerkt. „Ich konnte also Informationen sammeln. Man wollte sogar, dass ich noch ein Jahr länger bleibe. Es geht also nicht um die Befindlichkeiten eines gekränkten Mitarbeiters“, tritt Wilding schon im Vorfeld eventuellen Argumenten diesbezüglich entgegen.

Die NÖN fragte bei der Geschäftsführerin des G.V.U., Kathrin Dürr, nach: „Der G.V.U. im Bezirk Gänserndorf ist als Gemeindeverband für die Übernahme und Sammlung von kommunalen Abfällen nach den Richtlinien des NÖ Abfallwirtschaftsgesetz verantwortlich. Die weitere Behandlung dieser kommunalen Abfälle überträgt der G.V.U. ausschließlich behördlich konzessionierten Betrieben.“ So werde im Verbandsgebiet übernommener Rest- und Sperrmüll beispielsweise bei der Firma FCC Zistersdorf thermisch behandelt. Eine Aussage, die auch der Obmannstellvertreter VP-Bürgermeister Hermann Gindl aus Hohenruppersdorf auf Nachfrage der NÖN entsprechend bestätigt. Beide verweisen auf ein Team von gut ausgebildeten Mitarbeitern.

Was sagt die FCC Zistersdorf Abfallservice GmbH zu den Vorwürfen? „Die thermische Abfallverwertung Zistersdorf ist eine von elf Anlagen in Österreich. Wir alle arbeiten nach den gleichen technischen Regeln auf gesetzlicher Basis. Das gilt besonders für die Einhaltung der Verbrennungsbedingungen für Abfall“, führt Geschäftsführer Gerhard Ganster aus.

Die Anlage in Zistersdorf sei die modernste und nachweislich zuverlässigste ihrer Art und liefere auch noch grünen Strom, wenn Sonne und Wind nicht zur Verfügung stehen. Wie der Website des Unternehmens zu entnehmen ist, wird durch die Verbrennung Dampf erzeugt, der eine Turbine zur Stromerzeugung antreibt.