Judenfriedhof in Deutsch-Wagram sorgt für Zwist . Öko-Partei kritisiert, dass Stadt schlafe. Quirgst: „Grüne sind am Zug.“

Von Robert Knotz. Erstellt am 23. September 2020 (04:28)
Grünen-Gemeinderätin Bettina Bergauer wünscht sich eine rasche Lösung. VP-Stadtchef Friedrich Quirgst spielt den Ball an die Öko-Partei zurück.
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„Freiwillige Helfer pflegen seit drei Jahren den jüdischen Friedhof in der Fabrikstraße. Es hat vor längerer Zeit Gespräche gegeben, dass die Gemeinde die Kosten für die Instandhaltung des Friedhofs übernimmt“, berichtet Grünen-Gemeinderätin Bettina Bergauer. Aufgrund des Washingtoner Abkommens und des Fonds zur Instandsetzung der jüdischen Friedhöfe in Österreich würde die Stadt dafür finanziell entschädigt werden.

„Allerdings soll es Unklarheiten mit den Grundstücksgrenzen gegeben haben. Eine genaue Vermessung soll beauftragt worden sein. Seit fast drei Jahren tut sich aber nichts in dieser Angelegenheit“, so Bergauer weiter. Einmal im Monat würden sich Freiwillige um das Areal kümmern, um eine Verwilderung des Grundstücks zu verhindern. Die Grünen-Politikerin fragt sich, wann in dieser Sache etwas weitergeht, zumal das Thema im Vorjahr bereits in Gemeinderat besprochen wurde.

„Eine genaue Vermessung soll beauftragt worden sein. Seit fast drei Jahren tut sich aber nichts mehr.“Bettina Bergauer, Grünen-Gemeinderätin

„Die Vermessung des Grundstückes wurde in Abstimmung mit der Kultusgemeinde von mir in Auftrag gegeben und hat – trotz coronabedingter Verzögerung – bereits stattgefunden“, kontert VP-Bürgermeister Friedrich Quirgst. Über die ehrenamtlichen Aktivitäten sei er sehr froh und dankbar.

Seitens der Gemeinde würden die Arbeiten auf Veranlassung des Bürgermeisters durch die Entsorgung des Grünschnitts unterstützt. „Es wäre jedoch ratsam, wenn Gemeinderätin Bergauer ihren Parteikollegen Stadtrat Heinz Bogner befragen würde, denn seit der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates Anfang März – wir haben hier dem Wunsch der Grünen entsprochen – fällt der jüdische Friedhof in sein Stadtratsressort“, so der VP-Bürgermeister abschließend.