Kaffee für Volksschüler?

Erstellt am 18. Februar 2014 | 23:59
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GÄNSERNDORF / Frei zugänglicher Kaffee-Automat in der Volksschule sorgt für Ärger bei manchen Eltern. Direktor Gangl kann die Aufregung nicht nachvollziehen: „Sorge ist unbegründet.“

Der Kaffee-Automat, der direkt neben dem Kakao-Automaten in der Aula der Volksschule steht, erhitzt derzeit die Gemüter einiger besorgter Eltern. Sie befürchten nämlich, dass sich die Sprösslinge, statt eines kindgerechten Kakaos lieber einen kräftigen Cappuccino gönnen. 50 Cent würden reichen, um in den Genuss des koffeinhältigen Heißgetränks zu kommen. Die besagten Eltern verstehen nicht, warum der Kaffee-Automat nicht ins Lehrerzimmer übersiedelt.

Schuldirektor Gerhard Gangl kann die Aufregung nicht nachvollziehen. Er erklärt im NÖN-Gespräch: „Der Kaffee-Automat steht schon seit Jahren dort. Es hat sich hier noch nie ein Kind einen Kaffee gekauft.“ Der Automat sei auch nicht für die Pädagogen gedacht – die haben eine eigene Maschine im Lehrerzimmer – sondern für Eltern, die wegen einer Besprechung in der Schule sind und sich mit einer Melange die Wartezeit verkürzen wollen: „Also rein ein Service für die Eltern.“

„Bis jetzt hat sich noch niemand beschwert“ 

Wenn sich diese aber gegen den Automaten aussprechen, hätte der Direktor kein Problem damit, das Gerät zu entfernen: „Bis jetzt hat sich aber bei mir noch niemand darüber beschwert. Ich werde den Automaten auf jeden Fall beim nächsten Schulforum zum Thema machen. Dort sollen die Eltern Stellung beziehen und dementsprechend werde ich dann reagieren.“

Viel bedenklicher als den frei zugänglichen Kaffeeautomaten findet Gangl jene „Nahrungsmittel“, die die Kinder von zu Hause mitbekommen, zum Beispiel Cola-Flaschen: „Da ist vermutlich mehr Koffein drinnen als in einem Automaten-Kaffee. Dazu kommt noch, dass in Cola und allen anderen Säften, die die Schüler mitbringen, Unmengen von Zucker enthalten sind – was wiederum zu Karies und Übergewicht führt und alles andere als gesund ist.“

„Eine gesunde Ernährung ist wichtig für die Leistung“

Der Direktor würde zuckerhältige Getränke in seiner Schule am liebsten verbieten: „Das ist rechtlich aber leider nicht möglich. Die Kinder sollen Wasser trinken, das wäre am gesündesten.“ Erschreckend findet Gangl auch die Tatsache, dass zahlreiche Schüler von zu Hause Torten und Mehlspeisen mitnehmen: „Hier haben wir dasselbe Problem mit dem Zucker.“

Der Schuldirektor appelliert an die betroffenen Eltern, ihren Sprösslingen Obst, Gemüse und Vollwertprodukte einzupacken: „Eine gesunde Ernährung ist wichtig für die Leistung. Zucker putscht auf, da werden viele Kinder aggressiv.“ Wenn dann der Zuckerspiegel im Blut wieder sinkt, werden die Kleinen unruhig und können sich nicht konzentrieren. „Da sollte man ansetzen, nicht beim Kaffee-Automaten“, betont Gangl.