Grüne: „OMV soll zahlen“. Grüne und betroffene Bürger werfen Konzern vor, für Schäden verantwortlich zu sein.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 14. März 2019 (04:20)
Havranek
Josef Zihr (l.) und Hans Feichtinger (r.) sehen sich als Geschädigte. Grünen-Sprecherin Helga Krismer will helfen.

Seit Monaten kämpft Josef Zihr aus Orth einen scheinbar aussichtslosen Kampf: Er behauptet, die OMV habe durch seismische Untersuchungen sein Haus beschädigt. Er verlangt vom Mineralölkonzern, für die Schäden aufzukommen. Nun nahmen sich auch die Grünen der Sache des Orther Landwirts an.

„Durch die Vibrationen entstehen massive Schäden am Eigentum von Bürgern“

Landessprecherin Helga Krismer machte sich vor Ort ein Bild. Sie zeigt ein Video, in dem man sieht, wie die Fahrzeuge der OMV ihre Arbeit verrichten: Das Video ist verwackelt, „weil der Boden so vibriert“, erklärt Krismer: „Durch die Vibrationen entstehen massive Schäden am Eigentum von Bürgern.“ Sie sei froh, dass es Menschen gibt, die den Mut haben, nicht den Mund zu halten. Denn in Österreich gelte das Verursacherprinzip: „Wer den Schaden anrichtet, muss dafür bezahlen.“

Hans Feichtinger aus Mistelbach litt 2011 unter den vibroseismischen Untersuchungen: „Ende Dezember 2010 führte die OMV in der Nähe meines Hauses solche Untersuchungen durch, Boden und Gläser haben gewackelt. Im Mai 2011 hat sich der Hang, auf dem mein Wintergarten stand, in Bewegung gesetzt und das Fundament sich um 3 cm gesenkt.“

Entschädigt wurde er nie: „Es gelang mir nicht, den Richter zu überzeugen, dass ein kausaler Zusammenhang besteht, weil der Hang erst Monate später nach Regenfällen abgerutscht ist.“

„Die OMV musste um Erlaubnis bitten, über meine Felder zu fahren"

Zihr berichtet über seinen Fall: „Die OMV musste um Erlaubnis bitten, über meine Felder zu fahren. Zunächst unterschrieb ich, zog meine Zusage aber wieder zurück und wir einigten uns auf ein Beweissicherungsverfahren. Später wollte die OMV aber nichts davon wissen.“ Später – das war, als Zihr aus dem Urlaub in Kärnten zurückgekehrt war und schiefe Dachziegel sowie Mauerbrösel auf einem Getreideboden vorfand. Weiters gab es „lange, feine Faserrisse“ an Wänden.

Das ließ sich Zihr nicht gefallen und er ging an die Öffentlichkeit. Seit seinem damaligen Aufruf an Geschädigte, sich bei ihm zu melden, läuft sein Telefon heiß: „An die 400 Anrufe habe ich bekommen. Viele sind eingeschüchtert und wollen sich nicht mit so einem großen Konzern anlegen.“ Er untersucht jeden Fall genau, denn er will keinen Trittbrettfahrern eine Plattform bieten, „sondern nur wirklich Geschädigten zu Wiedergutmachung verhelfen“.

Aber wie kann das funktionieren? Krismer: „Die OMV sollte einen ,Rüttelfonds‘ einrichten, die Vorfälle untersuchen und im Falle eines Verschuldens für die Schäden aufkommen.“ Die OMV selbst verweist auf laufende Verfahren und will sich vorerst nicht äußern.