Matzen-Raggendorf

Erstellt am 09. Januar 2019, 04:54

von Edith Mauritsch

Dreikönigsaktion: Kleine Kämpfer gegen Armut. Die NÖN fragte junge Menschen nach ihren Beweggründen, Geld für notleidendende Menschen zu sammeln.

Die Sternsinger erhalten von Pfarrer Robert Grygar den Segen und von Messner Franz Tatzer die Ausrüstung. Dann geht es hinaus in einen schneestürmenden Wintertag, um von Haus zu Haus zu ziehen, den Segen zu überbringen und Spenden für Hilfsprojekte zu sammeln.  |  Mauritsch

In ganz Österreich sind um den Dreikönigstag Kinder als Sternsinger unterwegs, um für Hilfsprojekte der Katholischen Jungschar zu sammeln – so auch in dem kleinen Ort im südlichen Weinviertel. Die NÖN sprach mit den jungen Menschen über ihre Beweggründe, von Haus zu Haus zu ziehen, um Spenden zu bitten und den Segen Gottes zu überbringen.

Leonie Kreminger hat eine sehr pragmatische Ansicht: „Irgendwer muss das machen.“ Sie ist seit der Erstkommunion mit dabei, ebenso wie Hannah Göschl, die vehement dafür eintritt, dass armen Kindern geholfen werden muss. Wie überhaupt die Aussagen der Kinder frappierend „erwachsen“ klingen. Kein Wenn und Aber ist dabei zu hören, aber sehr viel Wille in den kleinen Persönlichkeiten, Menschen, denen es nicht so gut geht, zu unterstützen. So wie bei Angelina Kainz: „Ich war von Anfang an mit dabei, das war ganz klar für mich.“ Stefan Hummel ist seit vier Jahren mit den Sternsingern unterwegs und sagt ohne Pathos: „Ich will den Menschen helfen.“

Seit 65 Jahren gibt es diese Sammelaktionen österreichweit schon. Penibel wird die Ortschaft abgegangen, kein Haus ausgelassen. Zumeist öffnen die Bewohner erfreut die Tür, lassen die kleinen Sternsinger mit ihren Segenswünschen nur zu gerne in ihr Heim. Caspar, Melchior und Balthasar – die Angangsbuchstaben der Drei Könige und die Jahreszahl werden mit Kreide oder sehr modern mit abziehbaren Klebern an der Eingangstüre angebracht.

Segenswünsche für jedes Haus im Ort

„C+M+B“ steht für „Christus mansionem benedicat“ oder „Christus segne dieses Haus“, ein Wunsch, den wohl auch nicht so gläubige Menschen nicht ausschlagen. Und wenn doch eine Türe verschlossen bleibt, hinterlassen die Sternsinger Erlagscheine in der Hoffnung, dass diese von den Bewohnern im gewünschten Sinne benützt werden. Wenn auch anfangs noch etwas schüchtern, geben sich die Kinder noch frei von Hintergrundgedanken und sagen offen heraus, was sie sich denken. So wie Henrik Zauninger, der seine große Schwester als Vorbild hat: „Es ist großartig, mit ihr zu gehen.“ Für das nächste Jahr wird dringend Verstärkung gesucht. „Groß oder klein, wichtig ist nur der Wille“, wirbt Pfarrgemeinderätin Doris Zauninger für neue Sternsinger.

Vielleicht erforscht ja der eine oder andere sein Gewissen und folgt dem Ruf – oder wie Elena Zauninger es ausdrückt: „Wir haben Essen und Trinken und ein Dach über dem Kopf. Andere haben das nicht. Da kann man schon einen Tag im Jahr opfern.“ Übrigens: Besondere Gesangskünste sind für die Teilnahme an der Sternsinger-Aktion nicht notwendig, allein der Wunsch zu helfen zählt.

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