"Wollen gütliche Lösung". Der Einsturz einer desolaten Kellerröhre verursachte ein Loch in einem Weingarten. Nun stellt sich die Frage, wer für den entstandenen Schaden aufkommt.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 22. Oktober 2014 (08:01)
Johanna Wötzl vor dem Loch im Weingarten, das eine eingestürzte Kellerröhre hinterließ. Jetzt wird der Eigentümer der Röhre gesucht, um eine gütliche Lösung zur Schadensregulierung zu finden.Mauritsch
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Als Familie Wötzl vor einigen Wochen zur Arbeit ihren Weingarten aufsuchte, wartete eine böse Überraschung. Zumindest eine der unter das Grundstück führenden Kellerröhren war eingestürzt, seither klafft ein Loch in der Riede.

Mehrere sogenannte „Kellervorkappel“ beherbergt die alte Kellergasse, allesamt schon seit Jahrzehnten unbenützt und offensichtlich in desolatem Zustand. Teils schon aus den Angeln gerissene Türen hindern niemand mehr am Betreten, die Eingänge sind von Strauchwerk überwuchert und bieten einen verwahrlosten Anblick.

Nun stellt sich die Frage, wer für den Schaden aufkommt.

Im schlimmsten Fall Gerichtsverfahren

Grundsätzlich wäre der Eigentümer der eingestürzten Kellerröhre dafür zur Rechenschaft zu ziehen. Zu dieser Eigentümerschaft hat sich allerdings bislang niemand bekannt. Eine grundbücherliche Erhebung gestaltet sich schwierig, da alte Kellerröhren meist nicht erfasst sind.

Die NÖN fragte bei der Bezirksbauernkammer nach, Referentin Birgit Hauer-Bindreiter konnte mit einem Hoffnungsschimmer aufwarten: „Es wäre die Katastermappe zu prüfen, ob nicht zumindest die paar Quadratmeter Eingang eine eigene Grundstücksnummer aufweisen, damit wäre der Eigentümer zweifelsfrei festzustellen.“ Im schlimmsten Fall steht ein Gerichtsverfahren mit Zeugenaufrufen ins Haus.

Johanna Wötzl zeigt sich indes verhandlungsbereit: „Wir hoffen sehr, dass der Eigentümer so ehrlich ist und sich meldet. Wir können uns ja zusammensetzen und gemeinsam versuchen, eine gütliche Lösung zur Schadensregulierung finden.“