Nentwich war nie ein Polterer. Thomas Schindler über den Rücktritt des Leopoldsdorfer SP- Bürgermeisters.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 13. März 2019 (03:09)

Er gehörte immer zu jenen Bürgermeistern des Bezirks, die nie wirklich auffielen: Thomas Nentwich hatte seine Gemeinde, seine Fraktion und das Ortsparlament stets fest im Griff. Auch der Opposition fiel nichts ein, wie sie den roten Genossen in die Enge treiben könnte. So führte Nentwich zehn Jahre lang unaufgeregt und souverän seine Kommune, ohne in einen einzigen Skandal verwickelt gewesen zu sein.

Erstaunlich war auch, dass er politisch nie nach etwas Höherem strebte. Die Partei hätte sich nämlich durchaus vorstellen können, Nentwich in den Landtag oder Nationalrat zu hieven – der redegewandte Leopoldsdorfer lehnte aber immer dankend ab.

Er sei mit dem Amt des Bürgermeisters vollauf zufrieden. Jetzt wird der 51-Jährige von seinem Parteifreund Clemens Nagel als Ortschef abgelöst. Dieser hat ein ähnliches Auftreten wie Nentwich. Somit braucht die SPÖ in ihrer Hochburg Leopoldsdorf vermutlich auch bei der nächsten Gemeinderatswahl nichts befürchten.