Agrana: Frist für Rübenanbau-Zusagen endet. Die Zukunft der Agrana-Zuckerfabrik im niederösterreichischen Leopoldsdorf ist noch unklar. Noch fehlen laut Zeitungsberichten einige tausend Hektar an verbindliche Zusagen der Rübenbauern, mehr anzubauen. "Das wird knapp", sagte Markus Schöberl, Geschäftsführer der österreichischen Rübenbauern, in den "Oberösterreichischen Nachrichten" (Donnerstagausgabe).

Von APA / NÖN.at. Erstellt am 29. Oktober 2020 (10:55)
Die Zukunft der Agrana-Zuckerfabrik im niederösterreichischen Leopoldsdorf ist noch unklar. 
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Bis Samstag müssen dem Bericht zufolge noch etwa 7.000 Hektar Anbaufläche kontrahiert werden, sonst wird der börsenotierte Agrana-Konzern ("Wiener Zucker") eines seiner beiden Zuckerwerke, jenes in Leopoldsdorf, schließen. Wenige Tage vor Ablauf der Frist hätten noch immer rund 1.000 bisherige Rübenbauern - insgesamt gibt es in Österreich rund 6.000 - noch keine Flächen genannt, heißt es in dem "OÖN"-Bericht. Die "NÖN" hatten Anfang der Woche von 12.000 Hektar geschrieben, die noch fehlten.

Im September hatte die Agrana erklärt, ein Aus für Leopoldsdorf wäre vom Tisch, wenn bis Mitte November die mit den Bauern vereinbarte Rübenanbaufläche für die Jahre 2021 bis 2023 auf 38.000 Hektar steigt. Dann wäre der Standort nach Vorstandsangaben für die nächsten drei Jahre gesichert.

Von Seiten des Bauernbunds, der Rübenbauern und der Landwirtschaftskammern laufen in diesen Tagen Aufrufe und Onlineveranstaltungen auf Hochtouren. In einem Rundschreiben der Rübenbauern erging ein dringender Appell: "Alle Mitglieder, die noch nicht kontrahiert haben, sind dringend aufgerufen, ihren Beitrag zum Erhalt beider Zuckerfabriken in Österreich zu leisten." Und weiter: "Es wäre schade, so knapp vor dem Ziel zu scheitern. Dies hätte wirtschaftliche Folgen für alle Rübenbauern", wird aus dem Schreiben zitiert.

Heuer lag die vereinbarte Fläche bei 34.300 Hektar. Wegen Trockenheit, Spätfrost und Rübenrüsselkäfer-Befalls sank sie aber auf 26.300 Hektar. Zu wenig, um zwei Werke auszulasten. An Oberösterreich dürfte es nicht scheitern, schreiben die OÖN, es dürfte eine Steigerung an Anbauflächen geben. 2020 lag diese bei rund 6.200 Hektar, jetzt dürfte die Marke klar über 7.000 liegen.