FF-Chef Schicker wurde erneut verpfiffen. Nach dem Versuch im Jahr 2014 will ein Feuerwehr-Insider Bezirkskommandant Georg Schicker abermals anpatzen.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 15. Februar 2021 (19:29)
Gänserndorfs FF-Bezirkskommandant Georg Schicker zeigt sich nachdenklich: „Der Sieg hat viele Väter, die Niederlage aber nur einen.“
privat

Damit hatte FF-Bezirkskommandant Georg Schicker nicht gerechnet: Nachdem er im Vorjahr als Privatmann einen Kredit für die Anschaffung von Feuerwehr-Ausrüstung aufgenommen hatte, für den er noch dazu selbst haftet, wurde er vom NÖ Landesfeuerwehr-Verband unter Kuratel gestellt. Das heißt: Der Marchegger darf nur noch nach Rücksprache mit dem Landes-FF-Kommando Geld ausgeben. Aufgeflogen ist das „eigenmächtige Verhalten“ Schickers nach einer anonymen Anzeige.

Konkret geht es um 375.000 Euro. Diese Summe borgte sich der FF-Bezirkschef, er ist auch erfolgreicher Unternehmer in seiner Heimatgemeinde, von der Bank – wie gesagt als Privatperson. Das Geld stellte er dann der Bezirksfeuerwehr zur Verfügung, die damit mehrere Einsatzfahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände kaufte. Warum hatte er nicht das Landesfeuerwehr-Kommando informiert? Schicker: „Weil es schnell gehen musste, da die Angebote für Fahrzeuge und Ausrüstung zeitlich befristet waren.“

Es sei ihm aber nie in den Sinn gekommen, dass man ihm daraus einen Strick drehen würde: „Ich hafte ja selbst mit meinem Privatvermögen für den Kredit.“ Der Feuerwehr könne somit nie ein Schaden entstehen. Wie wird der Kredit zurückgezahlt? „Die Gänserndorfer Bezirks-FF hat – wie jede andere auch – regelmäßige Einnahmen. Bei uns sind das im Jahr etwa 170.000 Euro. Somit ist die Rückerstattung kein Problem.“

Trotzdem: Das Landes-FF-Kommando duldet Schickers Alleingänge nicht. Neben der Kuratel muss der Marchegger auch andere Maßnahmen über sich ergehen lassen. So wird die Finanzgebarung der Bezirks-FF von 2016 bis 2020 geprüft. Außerdem erfolgt eine umfassende Erhebung der Liegenschaften, des Fuhrparks und der Gerätschaften des Bezirkskommandos.

Ähnliche anonyme Anzeige im Jahr 2014

Schon 2014 gab es eine ähnliche anonyme Anzeige gegen Schicker (die NÖN berichtete). Wer die damalige bzw. die aktuelle verfasste, weiß niemand: „Es muss irgendein Funktionär oder ehemaliger Funktionär von der Bezirks- oder Abschnittsebene sein.“ Es sei ihm auch egal, sagt der FF-Chef. Viel trauriger empfinde er den Umstand, dass die Landes-FF so reagierte: „Ich hätte alles unterschrieben, damit der Kredit für das Land formal in Ordnung ist und es damit leben kann.“

Dass gerade er, der seit 2006 85.000 Euro, die er persönlich als Aufwandsentschädigung erhalten hatte, zur Gänze der Feuerwehr spendete, verdächtigt werde, mit FF-Finanzen sorglos umzugehen, habe er nicht verdient, so Schicker abschließend.