S1: Asfinag wehrt sich. Straßenbauer rechtfertigen sich mit aufwendigem Behördenverfahren.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 04. Januar 2019 (04:00)
Asfinag
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Die Meldung der Asfinag, dass sich der Baubeginn für die Außenring-Schnellstraße S1 zwischen Groß-Enzersdorf und Süßenbrunn wieder um ein Jahr verzögern könnte, nämlich von 2019 auf 2020 (die NÖN berichtete), sorgt naturgemäß für Ärger bei den staugeplagten Marchfeldern. Die Straßenplaner erklären nun den Grund für die mögliche Verschiebung.

„Es sind noch der Wasserrechts- und der Naturschutzbescheid ausständig. Wir rechnen damit, diese im Frühjahr 2019 zu bekommen“, heißt es vonseiten der Asfinag. Fix sei dies aber nicht, da noch Einsprüche von Straßengegnern beim Bundesverwaltungsgericht möglich sind. Wie sieht der weitere Zeitplan aus?

„Nachdem die beiden besagten Bescheide bei uns eingelangt sind, starten wir die Bauausschreibung, die Kalkulation der Anbieter und die Angebotsprüfungen. Danach folgt der tatsächliche Baubeginn.“ Das heißt, dass es zu einer Verschiebung des Baustarts auf Frühjahr 2020 kommen kann.

„Wir stehen nach wie vor uneingeschränkt hinter den beiden Projekten."

Die Straßenbauer wehren sich auf jeden Fall gegen die Gerüchte, dass sie selbst gar nicht am Bau von S1 und Marchfeld-Schnellstraße S8, der ebenfalls ständig um ein Jahr verschoben wird, interessiert sind: „Wir stehen nach wie vor uneingeschränkt hinter den beiden Projekten. Wir betonen bereits seit vielen Jahren, dass sowohl die S1 mit dem Lobau-Tunnel als auch die S8 maßgebend wichtig zur Verkehrsentlastung des Ostraums Österreich sind.“

Wieso kommt es dann immer wieder zu diesen Verzögerungen? „Weil die Behördenverfahren – und hier insbesondere die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) – in den letzten Jahren deutlich aufwendiger und langwieriger geworden sind“, erklären die Straßenplaner. Dies betreffe nicht nur Asfinag-Projekte, sondern auch zum Beispiel die Ausbaupläne des Flughafens Wien (3. Piste) oder die 380-kV-Salzburgleitung der APG (Austrian Power Grid).