"S8 steht nichts mehr im Wege“. Befürworter der Marchfeld-Schnellstraße jubeln über positiven UVP-Bescheid. Umweltorganisation „Virus“ kontert.

Von Natascha Steiger und Thomas Schindler. Erstellt am 25. April 2019 (06:14)

Als „lang überfällige Entscheidung“ bezeichnet ÖVP-Landtagsabgeordneter René Lobner aus Gänserndorf den Bescheid des Verkehrsministeriums zum Bau der Marchfeld-Schnellstraße: Nach vehementer Kritik von Umweltschützern konnte im Zuge einer Umweltverträglichkeits-Prüfung (UVP) keine Gefahr für Mensch und Umwelt durch die S8 festgestellt werden – einer Projektumsetzung stehe somit nichts mehr im Wege, freut sich unter anderem auch die Dritte Landtagspräsidentin Karin Renner (SPÖ) aus Markgrafneusiedl, die den Bau der S8 als wichtigen Schritt in die Zukunft sieht.

„Der positive Bescheid für die Marchfeld-Schnellstraße ist ein Lichtblick für alle Pendler und Landsleute in der Region“, unterstreicht FPÖ-Landtagsabgeordneter Dieter Dorner aus Untersiebenbrunn die Verkehrsentlastung, die mit der Errichtung der S8 für Anrainer einhergehe. So würden die Ortsdurchfahrten von Gänserndorf, Strasshof und Deutsch-Wagram entlastet werden.

„Keine Verzögerungen mehr für die Pendler“

Und auch Verzögerungen entlang der B8 würden der Vergangenheit angehören, betont der ÖAMTC. Erfreut zeigt sich zudem Asfinag-Geschäftsführer Alexander Walcher: „Gemeinsam mit der Außenring-Schnellstraße S1 entsteht eine hochwertige und leistungsfähige Schnellstraßen-Anbindung für das Marchfeld.“

Auch die regionale Wirtschaft profitiere vom Bau: Eine effiziente Verkehrsinfrastruktur sei die Grundlage für ein optimales Logistik- und Transportwesen und würde Betriebsansiedlungen sowie mehr Arbeitsplätze in die Region bringen, so Gänserndorfs Wirtschaftskammer-Obmann Andreas Hager.

Zufrieden zeigt sich auch Deutsch-Wagrams VP-Bürgermeister Fritz Quirgst: „Endlich ist es so weit. Ich hatte mich mehr als ein Jahrzehnt für diese Straße eingesetzt.“

Der Marchegger Wolfgang Rehm, Sprecher der Umweltorganisation „Virus“, sieht die Bescheiderlassung jedoch als belanglos: „Das ist völlig bedeutungslos, was der Verkehrsminister, der selbst Behörde für die eigenen Projekte ist, macht. Über die UVP wird erst beim Bundesverwaltungsgericht entschieden.“

Ein Vollausbau der S8 würde zudem laut Rehm keine Entlastung in den Gemeinden bringen, sondern erst recht Verkehrsprobleme schaffen. „Die Verfahren werden noch jahrelang dauern und wir gehen davon aus, dass sich die Marchfeld-Schnellstraße als nicht umsetzbar erweisen wird“, so der S8-Gegner abschließend.

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