Erstellt am 10. März 2018, 04:40

von Edith Mauritsch

Erste urkundliche Erwähnung: Ort plötzlich viel älter. Im Staatsarchiv von Passau lagert ein Dokument, das vermuten lässt, dass Matzen älter ist, als alle denken. Bereits 1067 wurde Ort erstmals erwähnt.

Teresa Weiss, Barba-Brass-Leiterin Olga Zeitlinger, Archivleiter Anton Hofer, SP-Bürgermeisterin Claudia Weber, Leonie Steigenberger, Barbara Rettig und Walter Reitmeier bei der Präsentation der jüngst aufgetauchten ältesten Urkunde zu Matzen.  |  Mauritsch

Spannende Neuigkeiten gab es kürzlich zur ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes zu vermelden: Im Staatsarchiv von Passau tauchte nämlich ein Dokument auf, das Rückschlüsse auf das Jahr 1067 zulässt (die NÖN berichtete). Damit wäre Matzen eine der ältesten Gemeinden im Bezirk. Der Archivleiter und Geschichtslehrer in „Ruhe“, Anton Hofer, berichtete nun über die abenteuerliche Geschichte.

Mehr als zwei Jahrhunderte lang war allen klar, dass Matzen seine erstmalige Erwähnung im Jahr 1136 fand. Auf der ersten Seite der Pfarrchronik fand sich dieser Hinweis sogar bezogen auf eine päpstliche Bulle. Erst als schon die 800-Jahr-Feier mit großem Aufwand in Planung ging und eine Sonderbriefmarke erscheinen sollte, kam der Dämpfer: Ein Gutachten wies das Jahr 1194 aus, der große Festumzug wurde verschoben und baute seither auf diesem Jahr als offizielles „Gründungsdatum“ auf.

Doch dann: Das niederösterreichische Landesarchiv überbrachte wertvolle Gastgeschenke, darunter die Kopie einer Originalschenkungsurkunde, die Gebiete aus Baumgarten, dem heutigen Tallesbrunn und eben „Modzidala“ umfasst.

Hofer ist sichtbar begeistert: „Mit dieser Urkunde könnte belegt werden, dass Matzen älter ist als bislang angenommen.“ Der Name soll aus dem slawischen resultieren und „feuchtes Gebiet“ bedeuten – eine interessante Vorstellung in dem heute so trockenen Gebiet.