Wann erfolgt Sanierung?. Durch Einsturz der Schlossmauer wurde ein Wohnhaus beschädigt. Bis heute darf der Besitzer seine Liegenschaft nicht betreten, weil die Instandsetzungsarbeiten stocken.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 21. Oktober 2014 (10:34)
VP-Vizebürgermeisterin Gertrude Zambach, Geschädigter Rudolf Gnadenberger und SP-Bürgermeisterin Claudia Weber beim Lokalaugenschein vor der gesperrten Liegenschaft.
NOEN, Mauritsch

Anfang August richteten Unwetter im Bezirk große Schäden an. Besonders hart getroffen wurde Rudolf Gnadenberger. Bis heute darf er sein Haus nicht betreten. Grund: Die Niederschläge führten zu einer Wasseransammlung am Platz oberhalb der Schlossmauer. Eine Hangmure löste sich und riss die an dieser Stelle einen Meter dicke und fünf Meter hohe Mauer auf einer Länge von rund zehn Metern mit sich.

Wasser und Schlamm ergossen sich in Gnadenbergers Garten und drangen auch in das Haus ein. Die Gemeinde musste folglich ein Betretungsverbot für die gesamte Liegenschaft aussprechen, da der hinter dem Garten beginnende Hang abzurutschen drohte.

Der Sachverständige empfahl in seinem Gutachten auch die Sanierung und/oder den fachgerechten Abbruch der beschädigten Mauer sowie die Aufrechterhaltung des Betretungsverbotes bis zum Abschluss der Arbeiten. Seitens der Gemeinde erging ein entsprechender Bescheid an den Eigentümer des Schlosses – das war bereits im August, geschehen ist bislang leider nicht viel.

Sanierung ist immer noch nicht erledigt 

Nach Verstreichen der Frist ging der Akt an die Bezirkshauptmannschaft als Vollstreckungsbehörde. Dort darf man zu einem laufenden Verfahren zwar keine Auskünfte geben, die zuständige Referentin legte der NÖN jedoch den Ablauf in solchen Fällen dar: Zuerst werden Kostenvoranschläge verschiedener Firmen eingeholt, anschließend ein Vollstreckungsverfahren eingeleitet, um die Kosten einzutreiben, dann kann die Ersatzvornahme beauftragt werden.

Die schlechte Nachricht für den Geschädigten: Die Verfahrensdauer kann ein Jahr in Anspruch nehmen. Für Gnadenberger bedeutet dies, dass er bis zum Abschluss des Verfahrens nicht in sein Haus kann, sollte vorher nicht eine gütliche Lösung mit dem Schlosseigentümer gefunden werden. Der geschätzte Schaden an Gnadenbergers Haus beläuft sich auf 6.100 Euro. Auch ein entsprechender Antrag an den Katastrophenschutzfonds wurde gestellt, der bislang aber unerledigt ist.

Die NÖN fragte im Büro des zuständigen Landesrates Stephan Pernkopf nach: „Sobald seitens der Geschädigten die Meldung über die Höhe einer Versicherungsleistung vorliegt, wird umgehend ausbezahlt.“ Auch hier ist Gnadenberger jedoch vom Schlossbesitzer abhängig.

Schloss-Eigentümer nicht erreichbar

Der Eigentümer des Schlosses, Manfred M., konnte für eine Stellungnahme nicht telefonisch erreicht werden.

Gnadenberger dazu: „Im August hat mir Manfred M. versichert, mein Schaden sei durch seine Versicherung gedeckt. Bis jetzt hat sich niemand bei mir gemeldet und den Eigentümer habe ich auch nicht wieder gesehen. Dann hat er noch gesagt, für die Sanierung seines Schadens habe er kein Geld.“