Was passiert mit Heim zwei Jahre nach Schließung?. Bürger fordern die Schaffung von Wohnmöglichkeiten. SP-Bürgermeisterin Claudia Weber sind die Hände gebunden, weil Gebäude Land NÖ gehört.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 14. April 2019 (16:35)
Ein Riesenareal mit Gebäude und Garten mitten im Zentrum von Matzen – und keiner will es haben.
Ein Riesenareal mit Gebäude und Garten mitten im Zentrum von Matzen – und keiner will es haben. Mauritsch

Einige Damen im besten Alter machen sich Gedanken über die Zukunft des ehemaligen Landesjugendheimes. Und auch über ihre eigene, so wie Rosa L., die wissen will, warum der Gedanke, im besagten Gebäude Seniorenwohnungen zu errichten, im Sande verlaufen ist.

„Das Haus steht mitten im Ort und wäre ein idealer Platz, um Wohnmöglichkeiten für Jung und Alt zu schaffen“, so die Matzenerin, die mit Interesse die Vorgänge in der Gemeinde beobachtet und einige Ideen dazu vorbringt: „Man hört oft, das Land wolle Wohnmöglichkeiten schaffen und hier steht ein Gebäude schon so lange leer. Warum macht das Land da nichts.“

NOEN
Die fröhliche Tafel prangt nochneben dem Eingang, das Haus istjedoch seit mehr als zwei Jahren verwaist.

Die Nachfrage nach Seniorenwohnungen sei vorhanden, das gehe aus den Gesprächen in ihrem Bekanntenkreis hervor. Auch den Hort sehe Rosa L. dort gut untergebracht, wegen der vorhandenen Platzreserve und natürlich des Gartens.

Nur: Das ehemalige Landesjugendheim steht im Eigentum des Landes Niederösterreich. Bisherige Verkaufsversuche scheiterten an mangelnder Nachfrage. Ob dies am bisher verlangten Schätzwert von 1,13 Millionen Euro liegt, wird die Zukunft weisen. „Ab Mai wird die Liegenschaft in einem neuen Verfahren über einen Makler angeboten. Diesmal ist nicht der Schätzwert als Mindestgebot vorgegeben“, informiert Gerhard Tretzmüller, Leiter der Abteilung Gebäudeverwaltung des Landes. Auch die Möglichkeit der Vermietung wird in Betracht gezogen.

Rosa L., pensionierte Mitarbeiterin der Stadt Wien, vermutet einen politischen Hintergrund: „Es kann doch nicht sein, dass ein Gebäude so lange ungenutzt stehen bleibt, bis es baufällig geworden ist, nur weil es den Schwarzen gehört und der Gemeindevorstand Rot ist.“ Das wollte aber niemand bestätigen. Fakt ist, dass SP-Bürgermeisterin Claudia Weber eine nutzbringende Verwendung durchaus begrüßen würde. Wenn ihr auch die Hände gebunden sind – eben, weil das Haus dem Land und nicht der Gemeinde gehört.