Macht Schönkirchens Ortschef Hofinger weiter?. Derzeitiger Ortschef wirft doch nicht hin. Der ÖVP könnte Oppositionsrolle drohen.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 05. Februar 2020 (03:41)
Das Ergebnis der Gemeinderatswahl brachte ein politisches Erdbeben, eine Koalition ist notwendig. Wer mit wem und ob Peter Hofinger weiterhin den Bürgermeistersessel innehaben wird, ist offen.
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Noch am Wahlabend machte das Gerücht die Runde, der Listen-Bürgermeister hätte hingeworfen und der Politik den Rücken gekehrt. Ganz so ist es aber nicht. Im NÖN-Gespräch legte Peter Hofinger seine Gedanken über die Zukunft dar. Hinwerfen ist vorerst kein Thema mehr, über Bürgermeister-Ambitionen möchte er allerdings derzeit nicht sprechen: „Es ist noch nicht entschieden.“

„Wir sind keine One-Man-Show mit Statisten“

„Ich war sehr enttäuscht und habe in der ersten Erregung von Rücktritt gesprochen“, erläutert Hofinger. Der Nachdenkphase folgte logisches Kalkül. „Die Bevölkerung hat uns einen Vertrauensbeweis ausgesprochen und jede Fraktion braucht uns und wir werden mit allen reden“, so Hofinger weiter. Wird es auch Gespräche mit seinem „Lieblingsfeind“ VP geben? „Wir reden mit allen“, wiederholt der Noch-Bürgermeister.

Aus den Verhandlungen hat er sich allerdings herausgenommen. Diese werden das Viererteam Walter Münzker, Bernd Ehm, Gerhard Kellner und Friedrich Florjan führen, gegebenenfalls mit Verstärkung von Robert Cvrkal. Der nimmt eine klare Position ein: „Mit 30 % der Stimmen wird die Liste Peter weiter im Interesse der Bürger aktiv sein. Wir sind keine One-Man-Show mit Statisten, sondern ein schlagkräftiges Team“, so der Mitgründer der Liste Peter.

Um hinzuzufügen, dass die VP bis 2010 (damals mit Hofinger an der Spitze, Anm.) 12 Mandate innehatte und damit von ihrer früheren Stärke weit entfernt sei. Gespräche haben noch nicht stattgefunden, Termine sind für diese Woche angesetzt.

„Wahlkampf war ein unschöner Wettbewerb“

An der Art des Wahlkampfes hat Hofinger einiges auszusetzen: „Das war ein unschöner Wettbewerb, in den Vereine und Körperschaften hineingezogen wurden. Hier wurde wohl nicht aufgrund von Leistung entschieden.“ Er hätte im Wahlkampf viel positives Feedback erhalten, aber Dankschreiben gebe es in der Politik halt nicht. Um dann nochmals auf das Bürgermeisteramt zu sprechen zu kommen: „Das ist ein Full-Time-Job, das geht nicht nebenbei, wenn man die Sache ernst nimmt.“ Ob das eine Anspielung auf den Spitzenkandidaten der VP, Alexander Gary, ist? „Jeder muss wissen, was er tut“, gibt sich Hofinger einmal mehr vage.

Auf die Möglichkeit einer Fortsetzung der Koalition mit der SP wollte Hofinger ebenfalls noch nicht im Detail eingehen. Nur so viel: „Möglicherweise gibt es da eine Personaldiskussion.“ SP-Chef Werner Kurz zeigt sich von dieser Aussage überrascht: „Davon weiß ich nichts. Es gibt allerdings zur Zeit viele Gerüchte.“

Wie auch immer – wenn Liste Peter und SPÖ sich wieder einig werden, bleibt der ÖVP trotz Mandatsmehrheit wieder nur die Rolle der ungeliebten Opposition.