Groß-Enzersdorf trauert um Friedrich Heller. Er war schon zu Lebzeiten eine Legende. Der Heimatforscher, Schriftsteller und Obmann des Kultur- und Heimatvereins ist tot.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 09. April 2020 (04:12)
Vergangene Woche starb Friedrich Heller im 88. Lebensjahr. „Er wird uns fehlen“, sagt Bürgermeisterin Monika Obereigner-Sivec.
Pixabay (Hintergrund) bzw. Ulla Kremsmayer

Wenn er im Rollstuhl in das Heimatmuseum geschoben wurde, ging ein Raunen durch die Reihen. Nun ist Friedrich Heller tot. Er konnte nach einem Schlaganfall vor knapp 20 Jahren nicht mehr sprechen, war aber immer hellwach und voller Freude.

Heller war nicht nur als Heimatforscher bekannt – er verfasste 1996 das letzte große Groß-Enzersdorfer Heimatbuch – sondern auch als Schriftsteller, Sammler von Sagen, oder als rühriger Obmann des Kultur- und Heimatvereins (1977 bis 2002). Bei allen Gelegenheiten las er aus seinen Büchern, Stadttragendes zu Jubiläen, Heiter-Besinnliches zum Advent.

„Ein Meister der Erzählkunst“, lobt Christiane Slomka, die heutige Kulturvereinsobfrau, die ihm half, das Heimatmuseum in die Welt zu setzen. Auch sein langjähriger Vize Karl Hagenauer war ihm tief verbunden, machte Ausflüge mit ihm, etwa zur geliebten Rochuskapelle.

Autor Herbert Eigner lernte Heller erst vor ein paar Jahren kennen, um mit ihm an der Neuausgabe seiner „Marchfeldsagen“ zu arbeiten. „Ich begegnete einem Sprachmächtigen, der die Sprache verloren hatte.“

Heller hinterlässt einen Fundus an Landschaftsbüchern, Erzählungen, Gedichten, Lyrik und Biografien. Der gelernte Buchdrucker war Ehrenbürger und Träger des Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst der Republik.