1,5 Millionen Euro für die Natur. Klimaschutz-Ministerium investiert zusätzliches Geld für Artenschutz-Projekte in den österreichischen Nationalparks.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 30. Mai 2020 (05:33)
Ministerin Leonore Gewessler (3.v.l.) mit den Nationalpark-DirektorenChristian Übl (Thayatal), Johannes Ehrenfeldner (Neusiedlersee-Seewinkel) und Edith Klauser (Donau-Auen, v.l.).
BMK/Cajetan Perwein

Gemeinsam mit Direktoren der österreichischen Nationalparks kündigte Grünen-Klimaschutzministerin Leonore Gewessler bei ihrem Besuch im Nationalpark Donau-Auen in der Vorwoche finanzielle Unterstützung zum Erhalt der österreichischen Naturschutzräume an. Das Klimaschutzministerium (BMK) stellt 1,5 Millionen Euro für die österreichischen Nationalparks zur Verfügung, um einerseits Einbußen abzufangen und andererseits Nationalpark-Projekte im Sinne der Artenvielfalt zu fördern.

Durch die Coronakrise fehlt es den Nationalparks an wichtigen Einnahmequellen (Besuche, Führungen und Schulprogramme), die für die Auftragserfüllung von Naturschutz, Natur- und Umweltbildung und Forschung eingesetzt werden. „Neben der Klimakrise ist die Biodiversitätskrise eine der größten Bedrohungen des Planeten und für die Menschheit. Mit unserer Unterstützung für die österreichischen Nationalparks setzen wir uns direkt für Natur- und Artenschutz ein. Mit den Nationalparks ist mir der Kampf gegen das Artensterben ein großes Anliegen“, sagt Gewessler.

Spezielle Arten profitieren von ökologischen Rahmenbedingungen

Nationalpark-Direktorin Edith Klauser ergänzt: „Artenschutz und Erhalt der Artenvielfalt erfolgen im Nationalpark Donau-Auen vorrangig durch Bewahrung und Entwicklung der charakteristischen Lebensräume dieser Flusslandschaft. Wiederanbindung von Seitenarmen der Donau, Uferrückbau und Zulassen von Wildnis im Auwald schaffen ökologische Rahmenbedingungen, von denen spezielle Arten profitieren.“

Die sechs österreichischen Nationalparks sind die Aushängeschilder in der österreichischen Schutzgebietslandschaft und leisten mit dem Erhalt einer Vielzahl unberührter Lebensräume, Tieren und Pflanzen einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz. Mit dem Nationalpark Donau-Auen (Wien und NÖ), Gesäuse (Steiermark), Kalkalpen (OÖ), Thayatal (NÖ), Hohe Tauern (Salzburg, Tirol und Kärnten) sowie dem Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel (Burgenland) gibt es österreichweit sechs großflächige Schutzgebiete, wo wertvolle Naturräume für heutige und künftige Generationen erhalten bleiben sollen.

18 der 21 heimischen Amphibienarten (86 %), 12 von 14 Reptilienarten (86 %), 95 von 104 Säugetierarten (91 %) und 2.275 der heimischen Gefäßpflanzen (72 %) haben ihren Lebensraum unter anderem in den Nationalparks. Immer wieder machen Forscher überraschende Entdeckungen, die den Reichtum des österreichischen Naturerbes unter Beweis stellen.

Im Osten und in der Mitte Österreichs haben Besucherzentren der Nationalparks seit letztem Wochenende zum Teil eingeschränkt geöffnet und auch Führungen und Aufsichtsdienste finden statt. Unter Federführung des Nationalparks Donau-Auen wurde mit der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik und dem Umweltdachverband ein Konzept für kontaktlose Führungen in Kleingruppen erarbeitet. Gerade in einem Jahr, das durch die Coronakrise herausfordernd ist, will das BMK dabei helfen, dieses Angebot der Nationalparks gut zu vermitteln.