SJ Gänserndorf hat Kurz als "Sensenmann" gepostet. Die Sozialistische Jugend (SJ) des Bezirks hat Sebastian Kurz (ÖVP) auf Facebook als Sensenmann gepostet. Damit verbunden war eine Warnung an die Grünen: „Wisst, mit wem ihr euch einlasst!“ Erst Mitte August hatte die lokale SJ mit einem türkis-blauen Dosenschießen für Kritik gesorgt.

Von APA, Redaktion. Update am 02. Oktober 2019 (14:53)
APA
Sebastian Kurz

„Kurz könnte leichtes Spiel wittern und die Grünen als Steigbügelhalter missbrauchen, wenn sie auf ihn eingehen“, schreibt die SJ. Und: „Eine erkämpfte CO -Steuer ist vielleicht das Leid der Menschen hinter den Zäunen der Kurz’schen Festung Europa nicht wert.“ Man habe im Zusammenhang mit der Nationalratswahl „eine ganze Reihe von An- und Untergriffen einzelner SPÖ-Vertreter und Organisationen erlebt“, reagierte Bernhard Ebner, Landesgeschäftsführer der VP NÖ. Er erinnerte, dass auch „noch nie so viele Plakate und Landschaftselemente in Niederösterreich zerstört“ worden seien wie diesmal. „Die SP muss schnell wieder zu einem vernünftigen Weg zurückfinden.“

Facebook/Screenshot
Der strittige Facebook-Post mit dem ÖVP-Chef samt blutiger Sense, der SP (2017) und FP (2019) hinter sich gelassen hat und nun bei den Grünen anklopft.

Gänserndorfs SJ-Bezirksvorsitzender Patrick Hansy relativiert: „Wir haben das keinesfalls böse gemeint.“ Die angesprochene Karikatur sei ein Internet-Meme, das es mit unterschiedlichen Beschriftungen schon hundertfach gebe: „Wir wollten die Grünen nur erinnern, dass Kurz schon zwei Regierungen gesprengt hat, und man sich bewusst sein sollte, mit wem man sich da auf eine potenzielle Koalition einlässt.“ Er meint, statt einer „Skandalisierungs-Kultur“ solle man auch etwas Spaß verstehen.

Am 17. August hatte die Bezirks-SJ für eine umstrittene Aktion auf dem Familienfest der SPÖ in Groß-Enzersdorf gesorgt. Besucher konnten auf Dosen mit Fotos von Mitgliedern der ehemaligen türkis-blauen Bundesregierung schießen. Dafür kam zwei Tage später eine Entschuldigung von Hansy. SJNÖ-Landesvorsitzende Melanie Zvonik bezeichnete die Reaktionen auf das Dosenschießen gleichzeitig als „völlig überzogen“. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner sah das anders. Man sei mit dem türkis-blauen Dosenschießen „im wahrsten Sinne übers Ziel geschossen“.