Doschek blickt nach vorne in Zistersdorf. Kindertagesbetreuung, Mobilität und Regionalität sorgen für Projekte in Zistersdorf. Außerdem könnte in der Gemeinde ein „ecoplus“-Wirtschaftspark entstehen.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 19. Januar 2020 (03:46)
Bürgermeister Helmut Doschek freute sich beim Neujahresempfang über den Besucher zahlreicher Ehrengäste, darunter auch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.
Szeker

Mit den Worten „Wie schön, dass ihr heute da seid“ eröffnete der Schülerchor den Neujahrsempfang im Kultursaal K9. Passend zum Landeswappen standen die Schüler dabei blau und gelb gekleidet auf der Bühne, ehe Bürgermeister Helmut Doschek (ÖVP) in seiner Rede die Themen der Zukunft für die Großgemeinde aufgriff.

So wird in Zistersdorf dieses Jahr der Startschuss für das Projekt Kindertagesbetreuung erfolgen. Das Gebäude der Einrichtung wird das erste mit Begrünung zwecks umweltfreundlicher Kühlung sein. Weiterhin wird Doschek auch die Mobilität beschäftigen, für den Norden im Bezirk soll nämlich ein Anrufsammeltaxi nach Marchfelder Vorbild eingeführt werden. Zudem wird die Homepage der Gemeinde erneuert und Zistersdorf wird auch auf Facebook vertreten sein.

"Wir merken, dass ein Trend einsetzt"

Besonders verheißungsvoll waren Doscheks Ausführungen zur Wirtschaft: Der Stadtchef wird im April erste Gespräche mit der Wirtschaftsagentur „ecoplus“ Aufnehmen. Diese betreut zum Beispiel Wirtschaftsparks bei Mistelbach, in Markgrafneusiedl oder den noch unbebauten in Marchegg. In Zistersdorf könnte ein grenzüberschreitendes Wirtschaftsgebiet entstehen, Doschek möchte hierbei eine Führungsrolle übernehmen.

Zugewinne an Attraktivität sind für die Gemeinde insofern wichtig, da die Einwohnerzahlen nicht so recht zunehmen wollen. „Wir merken, dass ein Trend einsetzt, der der Abwanderung entgegenwirkt“, verkündete der Bürgermeister. Vorerst liegt die Zahl der Hauptwohnsitze mit Jahresende allerdings bei 5.386, was einem Rückgang um 17 zu 2018 darstellt.

Auch das Thema Regionalität ist Bürgermeister Doschek ein Anliegen: Er denkt an einen Regionalshop in der Stadt. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner schlägt mit einem Appell in dieselbe Kerbe: Der neue Feind der regionalen Wirtschaften heiße Online-Handel, daher sei es wichtig, im Geschäft vor Ort einzukaufen. Der Gradmesser für die neue, türkis-grüne Regierung werde der Umgang mit den Bedürfnissen von Stadt und Land sein. Nach Mikl-Leitners Worten endete der Neujahrsempfang, wie er anfing – mit den Farben blau und gelb in Gestalt der Landeshymne.