Museumsdorf feiert 40. Jubiläum. Mit 40 steht man mitten im Leben, hat schon etwas erreicht und blickt mit Freude auf die Zukunft – so könnte man die Erfolgsgeschichte des Museumsdorfes Niedersulz zusammenfassen. Wegbegleiter, ehrenamtliche Mitarbeiter und Gäste kamen zum Festakt, der zugleich Auftakt für eine Reihe von besonderen Angeboten im heurigen Jubiläumsjahr war.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 06. Mai 2019 (18:29)

„Das Museumsdorf steht für die Lebensfreude im Weinviertel und die Vermittlung von Wissen. Die Menschen haben damals sehr klug gearbeitet, auf Qualität und Nachhaltigkeit gesetzt. Begriffe, die uns noch heute wichtig sind“, spannte VP-Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf den Bogen zum 40-Jahr-Jubiläum des Museumsdorfes Niedersulz. Um im selben Atemzug das Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiter zu würdigen: „Ohne Ehrenamt gäbe es Niederösterreich so nicht.“

Die wissenschaftliche Leiterin Veronika Plöckinger-Walenta ist überzeugt: „Dieses Dorf ist einzigartig in Europa.“ Sie übergab an Pernkopf die Festschrift und schloss sich seinem besonderen Dank an den Gründer des Museumsdorfes, Professor Josef Geissler, an. Geissler, seit frühester Jugend leidenschaftlicher Sammler, gründete das Dorf und begann 1979 mit dem Bau von zwei Höfen und zwei Stadeln. Mittlerweile zeigt das Ensemble von rund 80 Gebäuden ein idealtypisches Weinviertler Dorf. Die Mehrzahl der Häuser ist eingerichtet. Dazu kommen an die 30.000 Exponate. Launige Geschichten hinter der Historie erzählten Elisabeth Stadler, das „Topmodel“ des Museumsdorfes, der langjährige Wegbegleiter Richard Edl zu einer wiedergefundenen Goldmünze im Wirtshaus oder Leopold Wanderer über die damals sehr ungleiche Bedeutsamkeit von Pferden und Frauen.

Für die „Hausdame“, VP-Bürgermeisterin Angela Baumgartner, ist das Museumsdorf nicht nur ein Top-Ausflugsziel, sondern auch bedeutender Arbeitgeber in der Region. Der Obmann des Freundesvereins, Herbert Nowohradsky, hatte eine sehr persönliche Geschichte zu der Greißlerei aus Jedenspeigen, die erst vor zwei Jahren ins Museumsdorf gekommen ist, zu erzählen: „Als kleiner Junge hat mich die Kassa dort so fasziniert. Ich habe zu meinem Vater gesagt, er solle doch auch so eine Kassa kaufen, dort kommt immer Geld heraus.“

Bei der Führung durch Sattlerei und Kummetausstellung fachsimpelte Pernkopf mit Wanderer über Werkzeuge sowie die Bedeutung von Paraderiemen und ließ sich die Besonderheiten des Weintransportes erklären. Die trotz Regenwetters tapfer aufspielende Ortsmusikkapelle unterstützte Pernkopf mit Getränken und dieser fungierte spontan als Dirigent beim Marsch.

Unter den Festgästen befanden sich SP-Landtagspräsidentin Karin Renner, der emeritierte Obmann des Niederösterreichischen Bauernbundes, Hermann Schultes, Bezirkshauptmann Martin Steinhauser sowie zahlreiche Bürgermeister.

Den Abschluss fand der Festakt im Dorfwirtshaus, ganz nach Pernkopfs Aussage bei seiner Festrede: „Auch wenn wir die Digitalisierung brauchen – ein Post kann niemals ein Prost mit Freunden ersetzen.“