Junges Huhn einfach neben Mistkübel entsorgt. Mutmaßliches Ostergeschenk wurde in Wien achtlos "weggeworfen"! In der EGS Haringsee im Bezirk Gänserndorf wird das junge Tier nun gepflegt.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 06. Mai 2019 (09:57)
Vier Pfoten

Vor einigen Tagen fanden Spaziergänger in der Prater Hauptallee in Wien ein junges Huhn; es lag neben einem Mistkübel. Das Tier hatte Ostergras um seine Beinchen gewickelt. Daher liegt die Vermutung nahe, dass es sich um ein lebendes Ostergeschenk handelt, das entsorgt wurde.

Die Spaziergänger brachten das zahme Huhn zunächst zu sich nach Hause und danach in die von Vier Pfoten geführte Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS). Dort wird es nun artgemäß in Freilandhaltung auf dem weitläufigen Gelände großgezogen.

Vier Pfoten

„Es liegt – auch aufgrund des Alters des Junghuhns -  nahe, dass das Tier als Osterküken im Nest verschenkt wurde und, nachdem es größer geworden ist, dem Beschenkten zur Last geworden ist. Das ist genau der Grund, warum Vier Pfoten immer wieder darauf hinweist, dass sich Tiere als Geschenke nicht eignen. Es handelt sich dabei um Lebewesen und nicht um Dinge, die man wieder weglegen kann, wenn man die Freude daran verliert“, sagt Vier Pfoten-Expertin Brigitte Kopetzky in einer Aussendung.

Das junge Huhn hat eine leichte Verletzung am Flügel. „Wir nehmen an, dass es von Krähen, die eine leichte Beute erspäht hatten, attackiert wurde“, berichtet Kopetzky.

Das sehr zutrauliche und zahme Tier sucht Kontakt zu Menschen und läuft ihnen hinterher. „Das Kleine dürfte also mit ziemlicher Sicherheit in Menschenobhut geschlüpft sein. Es hatte offensichtlich bisher noch keinen Kontakt zu Artgenossen“, so Kopetzky.

Die EGS-Experten werden es daher jetzt langsam an ein Zusammenleben mit Artgenossen gewöhnen: Nach und nach wird das junge Huhn mit den übrigen in Freilandhaltung lebenden Hühnern der EGS zusammengebracht.