Böse Überraschung: Diebe standen im Hof. Orther traf auf seinem Hof „Kundschafterinnen“ von Diebesbande an.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 14. August 2019 (05:55)
Symbolfoto:
Josef Zihr machte unliebsame Bekanntschaft mit Einschleichdieben.Shutterstock/Andrey_Popov

Eine unliebsame Überraschung erwartete den Orther Josef Zihr kürzlich auf seinem Grundstück: Plötzlich kamen zwei Frauen aus einem Raum auf seinem etwa 5.000 m großen Areal.

Zihr erinnert sich: „Natürlich war ich geschockt. Sie baten mich, einen Kaffeevollautomaten auszuhändigen. Ich antwortete, ich hätte keinen, was natürlich nicht stimmte.“ Darauf sagten die Eindringlinge: „Du hast hier ein Schwimmbad, du musst auch eine Kaffeemaschine haben.“ Zihr befahl ihnen, sofort sein Haus zu verlassen, was sie auch taten. Draußen wartete schon ein Pkw mit ungarischem Kennzeichen mit laufendem Motor und Fahrer. „In letzter Sekunde konnte ich die Kennzeichen ablesen und habe sie mir gemerkt. Dann habe ich den Polizeinotruf gewählt.“

Mehrere Beamte mit Streifenwagen aus dem Bezirk konnten die Bande in Mannsdorf stellen. Zwei Messer und sonstiges Kleinzeug wurden im Auto gefunden. Es kam zu einer Gegenüberstellung am Polizeiposten in Orth. „Ich konnte die Einschleichdiebe zweifelsfrei erkennen. Die Bande ist bereits polizeibekannt“, berichtet Zihr geschockt.

Gegenüberstellung am Polizeiposten

„Die Diebe dürften bereits mehrere Räume durchsucht haben. In einem Raum stand tatsächlich dieser Kaffeevollautomat (Neuwert etwa 800 Euro), auf den sie es offenbar abgesehen hatten“, so der Grundbesitzer. Die zwei Damen dürften nur die Vorhut gewesen sein, es befanden sich in ihrer Bande auch ein minderjähriger ungarischer Staatsbürger und noch einige andere Personen.

„Am Polizeiposten waren es mindestens vier. Dort wurden mir eben die zwei Damen, die bei mir am Hof waren, gegenübergestellt und ich habe sie sofort erkannt. Sie dürften sich sogar einige Zeit in dem Abstellraum versteckt gehalten haben, in dem die Kaffeemaschine stand.“ Anhand von Fingerabdrücken sei auch klar, dass die Damen die Kaffeemaschine berührt haben.

„Auf meinem Hof sprachen die Diebesdamen übrigens eindeutig Deutsch mit Dialekt. Beim Vorführen in den Vernehmungsraum hatten die ungarischen Damen plötzlich die deutsche Sprache verlernt und gestikulierten nur mit Handzeichen“, wundert sich Zihr, der die Exekutive lobt: Die Polizeibeamten seien sehr nett gewesen. Zihr hatte auch seinen 9-jährigen Enkelsohn mit: „Ihm wurde alles genau erklärt. Dann fragten sie ihn, ob er auch Kriminalbeamter werden wolle: Er sagte leider nein, weil er ja Fußballer werden will.“