Wiederbetätigung? Ripfl muss vor Gericht. Orther soll Schwule angepöbelt und „Sieg Heil“ gerufen haben.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 17. Juli 2019 (05:16)
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Markus Ripfl steht am Freitag vor Gericht.

Markus Ripfl ist trotz seiner erst 24 Jahre politisch bei weitem kein unbeschriebenes Blatt mehr: Er war unter anderem Bezirksobmann des „Rings freiheitlicher Jugend“, Gemeinderat für die FPÖ in Orth und gründete später eine eigene Partei namens „Die Stimme“.

Immer wieder machte er in dieser Zeit aber negative Schlagzeilen mit höchst umstrittenen Aktionen: Es posierte vor einer Keltenkreuz-Fahne, es tauchten Fotos auf, auf denen er den „Kühnengruß“ zeigte und er wurde aus der FPÖ ausgeschlossen, weil er via Facebook ein Lied einer Rechtsrock-Band mit äußerst geschmacklosem Text teilte („Wenn die Wehrmacht im Glanze die Straßen durchzieht, wenn das Pack im Galopp durch die Dunkelheit flieht ... heute lodert der Brand unserer Seele, der sich morgen zum Sturm erhebt. Bis es hallt aus der letzten Kehle: Deutschland lebt!“). Er bestritt dies und behauptete, jemand habe sein Tablet dafür missbraucht.

Zuletzt wurde es etwas ruhiger um den Orther, vor einigen Wochen legte er sein Gemeinderats-Mandat in Orth, das er als nunmehr parteiloser Mandatar innehatte, nieder. Nun allerdings steht der 24-Jährige am 19. Juli vor Gericht – wegen Wiederbetätigung. Wie der Kurier berichtete, soll Ripfl am 23. September des Vorjahres in einem Lokal zwei Männer, die einander auf der Tanzfläche küssten, angepöbelt haben und als „Scheiß-Schwuchteln“ beschimpft haben. Aber damit nicht genug: In weiterer Folge soll er mehrmals die Nazi-Parole „Sieg Heil“ geschrien haben. Deswegen steht er am kommenden Freitag vor dem Wiener Landesgericht.

Ripfl: „Hoffe, dass ich freigesprochen werde“

Ripfl nimmt gegenüber der NÖN Stellung: „Zur Anklage selbst möchte ich vor dem Prozess nur sagen: Ich habe mich nicht nach dem Verbotsgesetz strafbar gemacht und hoffe, dass ich daher freigesprochen werde. Der Vorwurf ist völlig absurd.“

Dass der Vorfall mit seinem Rücktritt aus dem Orther Gemeinderat zu tun hat, verneint er: „Nein, die Anklage steht in keinem Zusammenhang mit meinem Rückzug. Ich habe für mich mit der Politik abgeschlossen und möchte in meinem Leben ein neues Kapitel öffnen. Ich bin daher auch politisch absolut nirgends tätig.“