Zihr will wieder Mandat bei Gemeinderatswahl. Zehn Jahre lang war Josef Zihr im Orther Gemeinderat. Dann folgten eine lange Pause und die Trennung von der SPÖ. Nun steht Zihr wieder auf der Liste der Roten.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 08. Dezember 2019 (04:28)
Josef Zihr imGespräch in Orth an der Donau. Er möchte das Altstoffsammelzentrum neu errichten und Wasser in die Au bringen.
Szeker

Josef Zihr ist in Orth kein Unbekannter: Er ist schon länger mit der OMV in Verhandlung, da er Gebäudeschäden durch die Vibroseismik beklagt. 1985 trug Zihr im Wahlkampf dazu bei, dass Helmut Zilk als Unterstützer nach Orth kam. Insgesamt saß Zihr ab 1980 zehn Jahre für die SPÖ im Gemeinderat.

Sein Engagement fußt auf einem Gerechtigkeitsgefühl, wie er selbst sagt. Bei der kommenden Gemeinderatswahl kandidiert Zihr wieder für die SPÖ, Parteimitglied ist er allerdings keines mehr. Im Gespräch erläutert er seine politischen Ziele.

NÖN: Warum kandidieren Sie? Was treibt Sie an, wieder ein Mandat im Gemeinderat anzustreben?

Zihr: Das Altstoffsammelzentrum ist ein Grund, warum ich kandidiere. Dort ist zu wenig Platz und es gibt regelmäßig Schreiduelle – die Orther können ihre Abfälle nicht ordnungsgemäß entsorgen. Es wäre daher mein erstes Aufgabengebiet im Gemeinderat, das Altstoffsammelzentrum zu schließen und mit der Firma Wambach ein neues zu verhandeln.

Ein wichtiges Thema ist für mich auch die Grenze zwischen Orther Siedlungsgebiet und Nationalpark. Als Gemeinderat würde ich sofort Kontakte mit dem Nationalpark knüpfen, um die Waldbrandgefahr einzudämmen. Das heißt für mich: Wasser in die Au bringen, damit Löschwasser zum Schutz der Siedlungen zur Verfügung steht.

Wichtig ist Ihnen auch das Orther Zentrum. Was soll sich Ihrer Meinung nach ändern?

Zihr: Das Ortszentrum muss wiederbelebt werden. Ich verhandle bereits mit Eissalons, damit wir in Orth Eis bekommen, das frisch zubereitet wird. Mein Ziel sind drei bis vier Geschäfte für das Ortszentrum.

Sie sind auf der Liste der SPÖ weit hinten gereiht. Das war ihr außerordentlicher Wunsch, warum?

Zihr: Ich führe einen intensiven Vorzugsstimmenwahlkampf, um vorne dabei sein zu können und in den Gemeinderat zu kommen. Außerdem möchte ich als über 60-Jähriger den Sprung ins Guinnessbuch der Rekorde schaffen – mit den meisten Vorzugsstimmen für Gemeinden bis 2.100 Einwohnern. Allerdings strebe ich nur einen gewöhnlichen Sitz im Gemeinderat an und nichts darüber hinaus.

Wieso kam es 2017 zur Trennung mit der SPÖ und warum sind Sie jetzt nicht wieder Mitglied?

Zihr: Mir geht es nur um die Sache und nicht um die Partei. Auf der Gemeindeebene sollte die Partei keine Rolle spielen. Zur Trennung kam es, da mir die SPÖ im Gemeinderat damals zu wenig aktiv war. Auch die Vorgänge in der Löwelstraße haben bei meinem Parteiaustritt mitgespielt. Dass da etwas Schlimmes gelaufen ist, habe ich schon 2017 bemerkt.

Welche Spuren haben Sie in zehn Jahren als Gemeinderat hinterlassen?

Zihr: Der Gemeindewald war damals bedroht. Das hat mich sehr gestört und ich konnte mit dem Bezirksförster die Aufforstung der Gemeindewälder erwirken.

Sie waren Landwirt und sind heute ein großer Befürworter des Bio-Landbaus. Was ist Ihnen für die Landwirtschaft wichtig?

Zihr: Wir müssen das landwirtschaftliche Schulsystem in Richtung Bio ausbauen. Nur dann können Landwirte auch umsteigen. Bio ist mir so wichtig, weil unser Körper auch Giftstoffe in der Nahrung aufnimmt.

Haben Sie ein Vorbild?

Zihr: Udo Jürgens. Er hat Musik geschrieben, die für immer gültig ist. Ein Lieblingslied von ihm ist für mich „5 Minuten vor 12“. Auch bei meiner Hochzeit wurde Udo Jürgens gespielt.