SPÖ-Kritik und Streit um Baustelle in Deutsch-Wagram. Laut SP verschandeln Reihenhäuser die Stadt. Bürgermeister Quirgst kontert.

Von Robert Knotz. Erstellt am 05. Februar 2020 (04:35)
Das Einfamilienhaus wurde mittlerweile geschleift. Für Stadtchef Quirgst ist der beste Bauplatz jener, der bereits bebaut war.
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Die SPÖ ist sauer. „Kaum ist die Wahl geschlagen, startet auch schon wieder die ungezügelte und bei den Wagramern zurecht unbeliebte Verbauung“, meint SP-Gemeinderat Gustav Ewald. Ihn stört vor allem eine Baustelle in der Arbeitergasse.

„Dort sollen weitere, dem Stadtbild nicht entsprechende Reihenhäuser gebaut werden.“ Beim Abriss des ursprünglich dort befindlichen Einfamilienhauses sei alles wahllos in einen Container zusammengeschmissen worden.

„Im schlechtesten Fall wird für manche Anrainer die früher sonnendurchflutende Oase plötzlich zu einem Garten, der besser mit Schattengewächsen bepflanzt werden sollte“Gustav Ewald

Viele Anrainer hätten einen jahrzehntelangen Kredit für ihre kleine Wohlfühloase aufgenommen, um dort ungestört – fern von Blicken der Nachbarn – ihre Freizeit verbringen zu können. „Im schlechtesten Fall wird für manche Anrainer die früher sonnendurchflutende Oase plötzlich zu einem Garten, der besser mit Schattengewächsen bepflanzt werden sollte“, fügt Ewald hinzu.

Er fordert, dass sich der Bürgermeister mit den Oppositionsparteien und dem Land NÖ zusammensetzt, um einen Baustopp bzw. eine Änderung des Bebauungsplanes zu erwirken.

VP-Bürgermeister Friedrich Quirgst sieht das völlig anders: „Ewald hat von dem gegenständlichen Projekt scheinbar keine Ahnung. Es geht bei dem Projekt um drei Wohneinheiten. Das abgerissene Haus ist seit Jahren leer gestanden und das Areal war daher entsprechend ungepflegt und heruntergekommen.“

Der Stadtchef weiter: „Wir haben in den vergangenen Jahren in großen Teilen des Gemeindegebietes – und zwar dort, wo vornehmlich Einfamilienhäuser stehen – deutliche Einschränkungen der Bebauungsmöglichkeiten beschlossen. Diese Einschränkungen mussten den Landesvertretern in intensiven Verhandlungen abgerungen werden, um deren Zustimmung zu erhalten.“