Helmut Klauninger: „Heilige sind für uns Vorbilder“. Helmut Klauninger, Pfarrer von Gänserndorf, über die spirituelle Bedeutung des Totengedenkens.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 28. Oktober 2020 (04:57)
Helmut Klauninger, Pfarrer von Gänserndorf, über die spirituelleBedeutung desTotengedenkens.
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NÖN: Warum braucht es zwei Tage – Allerheiligen und Allerseelen –, um der Toten zu gedenken?

Klauninger: Allerheiligen ist das Fest aller Heiligen. Die Kirche denkt an diesem Tag daran, dass die Gemeinschaft derer, die zu Christus gehören, weit über die jetzt lebenden Menschen hinausreicht. Zu dieser unsichtbaren Gemeinschaft gehören auch alle die Frauen und Männer, die uns zu Gott vorausgegangen sind. Von den Heiligen glauben wir, dass ihr Leben gelungen ist und dass sie als Vorbilder im Glauben auch für unser Leben hilfreich sein können. Da man erst nach dem Tod auf der Erde heiliggesprochen werden kann, ist dieser Tag indirekt auch einer des Totengedenkens.

Welcher der beiden Tage ist für die Kirche wichtiger?

Klauninger: Wie so oft im Leben gibt es kein „entweder oder“ sondern nur ein „sowohl als auch“. Am Allerheiligentag denken wir an die Verstorbenen, deren Lebensgeschichte wir kennen, die uns als Heilige, als Lebensvorbilder dienen. Am Allerseelentag denken wir vor allem an die Verstorbenen, die uns im Leben nahestanden, mit denen wir besonders verbunden sind.

Gewöhnlich denkt man regelmäßig an seine verstorbenen Verwandten und Bekannten. Was ist am Allerseelen-Tag anders?

Klauninger: Wie sonst auch im Leben braucht es äußere Anlässe, wie zum Beispiel den Muttertag oder einem anderen Gedenktag. Vielleicht hilft der Allerseelentag beim Gedenken, weil man nicht alleine an die Verstorbenen denkt und deren Gräber – wenn möglich – auch besucht. T. S.