Wer wird Ortschef von Obersiebenbrunn?

In Obersiebenbrunn (Bezirk Gänserndorf) steht ein Urnengang auf kommunaler Ebene ins Haus. In der etwa 1.700 Einwohner zählenden Marktgemeinde hatten Anfang Oktober Bürgermeister Herbert Porsch (SPÖ) sowie sechs rote Mandatare ihre Sitze zurückgelegt. Die niederösterreichische Landesregierung hat nun die Ausschreibung der Neuwahl des Gemeinderates beschlossen. Als Termin gilt der 30. Jänner 2022.

Erstellt am 19. Oktober 2021 | 14:40
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Wer hat künftig das Sagen im Obersiebenbrunner Gemeindeamt?
Foto: Smax

Die SPÖ-Mandatare sind nicht mehr im Amt, offiziell hat ÖVP-Vizebürgermeister Walter Seehofer die Verwaltung der Gemeinde übernommen. „Er kann aber nicht viel mehr machen, als die Gehälter zahlen, weil ja kein Budget für heuer beschlossen werden konnte“, bemerkt SPÖ-Vorsitzender Manfred Mann.

Er versteht Seehofers Kritik am Rückzug nicht: „Dass wir ihn nicht informiert haben, ist nicht wahr. Wir haben unseren Schritt schon vor drei Wochen kundgetan, wurden aber nicht ernstgenommen.“ Am Tag der Niederlegung der Mandate habe man um 7.30 Uhr versucht, Seehofer zu kontaktieren: „Zurückgerufen hat er um 12.30 Uhr – und da wusste er bereits von ÖVP-Landtagsabgeordnetem René Lobner von unserem Auszug“, rechtfertigt sich Mann, der ein gutes Verhältnis zum Koalitionspartner wahrnahm.

SPÖ steht hinter Herbert Porsch

„Und auch wenn uns Bürgerlisten Tipps geben wollen, wir gehen zu 100 % mit Herbert Porsch als Spitzenkandidat in die Wahl“, bekräftigt Mann. Gewählt wird voraussichtlich am 30. Jänner 2022.

Auch die Bürgerliste LOS legte sich auf einen Spitzenkandidaten fest: „Wir werden uns mit Bürgermeisterkandidaten Heinrich Brandstetter und dem kompetentesten Gemeinderatsteam der Wahl stellen.“

Wer für die GO7 als Spitzenkandidat fungieren wird, steht noch nicht fest: „Wir werden in den nächsten Tagen den besten Kandidaten auswählen“, berichtet Obmann Michael Mahdalicek, der erneut betont, dass Porsch sich ganz zurückziehen sollte: „Er ist anscheinend nach 35 Jahren in der Opposition nicht fähig, konstruktiv zu arbeiten.“

Auch die ÖVP muss erst in internen Gesprächen ermitteln, wer die Liste für die Wahl anführen soll. Die erste Enttäuschung über die Vorgehensweise der SPÖ beim Übergangs-Bürgermeister Seehofer ist verflogen: „Ich wäre gerne früher informiert worden, das war etwas unglücklich. Ich hätte auch weiter versucht, ein Budget zu beschließen, muss aber die Entscheidung akzeptieren.“

Zwei Gemeinderatswahlen an NÖ

Mit der nunmehr erfolgten Terminansetzung kommt es am 30. Jänner nächsten Jahres gleich zu zwei Gemeinderatswahlen in Niederösterreich. Bereits Ende September war ein Urnengang in Au am Leithaberge (Bezirk Bruck a. d. Leitha) für diesen Tag fixiert worden.