Gefällte Bäume in Hohenau regen auf. Grüne und ÖVP stört der „Kahlschlag“ im Liechtensteinpark. SP-Bürgermeister Gaida kontert: „Alles wurde nachgepflanzt. Mir ist ein gesunder Baumbestand äußerst wichtig.“

Von Vera Coursolle. Erstellt am 27. Oktober 2020 (11:14)
SP-Bürgermeister Wolfgang Gaida und Amtsleiter Wolfgang Wimmer (v.l.) mit den Plänen zur Umgestaltung des Liechtensteinparks. „Damit in Zukunft nicht mehr so viele Bäume gleichzeitig entfernt werden müssen, wurde ein eigener Kataster angelegt“, so Gaida.
Coursolle

Kürzlich trafen einander die örtlichen Grünen und die ÖVP im Liechtensteinpark. Der Grund: Die Fällung der Bäume auf diesem Areal, die den beiden Parteien sauer aufstößt. „Das Ziel des Hohenauer SP-Bürgermeisters Wolfgang Gaida war schon immer klar – ein Kahlschlag und eine teure Erneuerung. Nicht sehr umweltfreundlich“, tobt Grünen-Ortsgruppensprecherin Elisabeth Ziernhöld.

Seit 1,5 Jahren würden sie und andere Personen versuchen, die von Gaida genannten Gutachten zu den desolaten Bäumen im Park einzusehen – ohne Erfolg. „Der Verdacht liegt nahe: Es gibt wahrscheinlich keines“, so Ziernhöld weiter. Der Bevölkerung gegenüber habe Gaida stets erwähnt, dass die Bäume tot seien. „Die Frage, die wir uns und viele aus der Bevölkerung stellen, ist: Darf ein Bürgermeister so etwas?“, schließt Ziernhöld.

Was sagt eigentlich Gaida selbst zu den Vorwürfen? „Auch mir als Bürgermeister ist ein gesunder Baumbestand sehr wichtig, deshalb kümmere ich mich darum. Der Park lag jahrzehntelang brach. Wiesen, Wege und Bäume waren in einem schlechten Zustand“, stellt Gaida auf NÖN-Anfrage hin fest.

„Parkgestaltung war ein Wunsch der Bürger“

Der Ortschef weiter: „Schon zwischen 2010 und 2012 entstand in einem Bürgerbeteiligungsprozess der Wunsch nach einem Projekt über die Parkgestaltung, der in Folge zum Wunsch eines erlebbaren und erkennbaren Zentrums führte.“

2019 sei eine Bürgerbefragung erfolgt, in der dies bestätigt wurde. „Somit gibt es keine Verschwendung von Steuergeld, da das Projekt auf einem Bürgerwunsch beruht und zudem klimafreundlich ist“, ergänzt der Bürgermeister. War der Zustand der gefällten Bäume tatsächlich so schlecht? „Im Frühjahr 2019 traten Teile der Bevölkerung wiederholt an mich heran, um mich darauf aufmerksam zu machen, dass der Baumbestand schon lange desolat sei. Daraufhin wurde ein Forsttechniker hinzugezogen, der dies bestätigte“, berichtet Gaida.

Bilder wie diese bringen die Grünen auf die Palme.
privat

Zahlreiche Bäume seien nicht mehr zu retten gewesen und hätten eine Gefahr dargestellt. Insgesamt seien im gesamten Gemeindegebiet 100 Bäume gefällt und alle durch neue ersetzt worden.

Wie sieht es eigentlich mit der Finanzierung des Parkprojekts aus? Das Gesamtprojekt wurde mit insgesamt 500.000 Euro veranschlagt. Zu den Befürchtungen der Hohenauer Grünen und der örtlichen ÖVP, dass bei den Wasserleitungen und beim Kanalsystem gespart werden könnte, stellte der Bürgermeister fest, dass die Leitungen sowie das Abwassersystem laufend abschnittsweise ausgebessert würden. Dies gehöre für ihn zum alltäglichen Geschäft, so Gaida abschließend.