Wieder Einbrüche am Morgen. Flüchteten Kriminelle mit Fähre in die Slowakei? „Nein“, so der Bezirkspolizei-Kommandant.

Von Manuel Mattes. Erstellt am 05. August 2020 (03:18)
Immer wiedertreiben dreiste Einbrecher ihr Unwesen in Gemeinden des Bezirks.r.classen
Symbolfoto:Shutterstock/

Dreiste Einbrecher waren am Mittwoch der Vorwoche in der Gemeinde unterwegs. Sie drangen in den frühen Morgenstunden (gegen 5.30 Uhr) gleich in zwei Häuser ein. Wenig später, um 5.49 Uhr, sei ein Handy, das im Zuge des Einbruchs gestohlen wurde, bereits in einer slowakischen Funkzelle eingeloggt gewesen. Das Fluchtauto der Täter hatte ein slowakisches Kennzeichen.

Ein Verwandter eines der Einbruchsopfer ortet nun Verbesserungspotenzial bei der Verbrechensbekämpfung durch die Exekutive und Politik: „Der Schluss liegt nahe, dass die Kriminellen die Fähre in Angern an der March nutzen. Nur so kann eine Flucht ins Ausland in so kurzer Zeit möglich sein. Wieso wird nicht nach einem Einbruch eine Streife vom Posten Angern zur Fähre geschickt?“

„Wieso werden keine Kameras installiert?“

Zudem regt er die Installation mehrerer Kameras im Bereich des Übergangs an der March an, um den Grenzverkehr zu überwachen.

Die NÖN sprach mit Bezirkspolizei-Kommandant Heinrich Kirchner: „Ich war bei diesem Einsatz selbst dabei. Die Grenzübergänge zur Slowakei wurden nach Bekanntwerden des Einbruchs selbstverständlich besetzt und überwacht. Eine Flucht per Angerner Fähre über die March ins Ausland kann ich daher ausschließen.“

Die Tatsache, dass ein Handy in einer slowakischen Funkzelle eingeloggt sei, bedeute nicht automatisch, dass sich das Gerät auch im Ausland aufhalte. In der Nähe der Grenze könne es sein, dass es sich ganz automatisch in ein nicht-österreichisches Netz einwähle.

Was hält er von der Installation von Kameras im Bereich der Angerner Fähre? „Videoüberwachung im öffentlichen Raum ist immer eine sehr heikle Angelegenheit. So einfach ist das leider nicht.“

Welche Handhabe hat eigentlich die Politik bei der Verbrechensbekämpfung bzw. Prävention? „Die NÖ Wohnbauförderung beispielsweise unterstützt finanziell den Einbau von Alarmanlagen, das tun wir zusätzlich auch in der Stadtgemeinde Gänserndorf. Wir helfen also auf Landes- und Gemeindeebene“, so VP-Landtagsabgeordneter und Gänserndorfs Bürgermeister René Lobner im Gespräch mit der NÖN.