Monster-Baustelle L5: Sperre für 9 Monate. Straße wird für Sanierung des Raasdorfer Bahnhofs sehr lange gesperrt.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 23. Januar 2019 (05:45)
Havranek
In Raasdorf wird der Bahnhof saniert und im Zuge dessen wird auch eine Überführung gebaut, um den beschrankten Bahnübergang zu ersetzen. Dafür muss die L5 für neun Monate gesperrt werden.

Pendler nach Wien müssen jetzt stark sein: Eine der Hauptrouten aus dem Marchfeld in die Bezirkshauptstadt, die L5 zwischen Leopoldsdorf und Raasdorf, wird in den nächsten Tagen gesperrt und voraussichtlich erst im Oktober wieder befahrbar sein. Grund ist die Errichtung einer Bahnüberführung im Bereich des Bahnübergangs.

Eine freudige Nachricht für die sonst so verkehrsgeplagte Gemeinde im Wiener Speckgürtel? „Diese Überführung ist natürlich eine tolle Sache“, vermeldet Raasdorfs VP-Bürgermeister Walter Krutis. Die vorübergehende Verkehrsentlastung entlockt ihm ein Schmunzeln. Denn im Zuge der groß angelegten Sanierung des Raasdorfer Bahnhofs wird von den ÖBB kräftig investiert.

"Es wird fünf Meter in die Tiefe gegraben"

„Es wird auch eine Unterführung von Süd nach Nord mit einem Aufzug zu den Bahnsteigen geben, die sogar mit Rädern befahrbar sein wird. Außerdem entsteht eine Park&Ride-Anlage nördlich und südlich des Bahnhofs, die Platz für 70 Autos und 50 Zweiräder bieten wird.“ Umleitungen werden die Autofahrer über Markgrafneusiedl bzw. Groß-Enzersdorf führen. Auf der Glinzendorfer Straße herrscht ein Lkw-Fahrverbot.

Aber gleich neun Monate Baustelle? „Das werden sehr aufwendige Bauarbeiten“, weiß Krutis und erklärt: „Es wird fünf Meter in die Tiefe gegraben. Zudem werden vier Meter dicke Brückenpfeiler aufgestellt. Wir müssen bis Ende Februar unseren Kanal und die Wasserleitung verlegen.“ Die neue Bahnstrecke soll schließlich für die bis zu 200 km/h schnellen Züge (ab der Stadtgrenze gilt dieses Limit) geeignet sein.

Bei dieser Gelegenheit hat Krutis auch gleich einen Vorschlag bei Land NÖ, ÖBB und VOR (Verkehrsverbund Ostregion) deponiert: „Ich habe in einem offiziellen Ansuchen vorgeschlagen, die Schnellbahn, die bis jetzt bei der Stadtgrenze endet, bis nach Raasdorf weiter zu führen.“ Das würde eine Taktverdichtung – Krutis spricht von 15 Minuten zwischen den Zügen – bedeuten. „Das wäre für viele Marchfelder, die nach Wien pendeln müssen, ein guter Anreiz, auf die Bahn umzusteigen“, hofft Krutis.

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