Schweinbarther Kreuz: Ist der Zug abgefahren?. Klimaschutzministerium gab bekannt, 300 Millionen Euro mehr in den öffentlichen Verkehr zu investieren – allerdings nicht in die im Vorjahr eingestellte Strecke.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 05. Juni 2020 (05:12)
Ist das letzte Wort über die Wieder-aufnahme des Bahnbetriebs schon gesprochen?
Mauritsch

Diese Nachricht wird den Bahnbefürwortern nicht gefallen: Ende Mai gab das Klimaschutzministerium bekannt, 300 Millionen Euro mehr in den öffentlichen Verkehr zu investieren, unter anderem um Regionalbahnstrecken zu stärken. Das Schweinbarther Kreuz ist nicht dabei.

Die NÖN fragte im Klimaschutzministerium nach. Von dort heißt es: „Eine Wiederaufnahme des Schienenpersonenregionalverkehrs am Schweinbarther Kreuz ist derzeit nicht angedacht.“

Bestätigt wird, dass man bereits mit den Initiatoren eines neuen Konzepts in Kontakt war und nun auf Basis der Gespräche die Lage evaluieren will. Weiters beobachte das Ministerium laufend die Entwicklung der Fahrgastzahlen des Ersatzbus-Angebotes, das laut Verkehrsverbund Ostregion mit bis zu 75 Bussen täglich bedient werde.

„Die Bürgermeister der Region waren immer für den Fortbestand der Bahn.“ Matzens Vizebürgermeisterin Claudia Weber

Genau an diesen Bussen stößt sich die Bürgerinitiative (BI), führt die geringe Auslastung ins Treffen, die Belästigung der Anrainer durch den Busverkehr und kämpft vehement für die Wiederaufnahme des Bahnbetriebes.

Mit der Graz Köflacher Bahn (GKB) hat sich die BI einen potenziellen Interessenten für den Betrieb an Bord geholt. Seitens der GKB wird allerdings nur der Betrieb am Ast Groß- Schweinbarth – Obersdorf angedacht. Matzen liegt nicht auf dieser Strecke, Raggendorf schon.

In der Matzner Gemeinderatssitzung Ende Mai berichtete Listen-Vizebürgermeisterin Claudia Weber über den Stand der Dinge: „Mit Schreiben vom 10. März wurde die GKB um Vorlage eines Konzeptes ersucht, um eine umfassende Prüfung und Beurteilung durch die zuständigen Stellen zu ermöglichen.“

Schreiben ergingen ebenfalls an die Landeshauptfrau, VP-Landesrat Ludwig Schleritzko sowie Grünen-Bundesministerin Leonore Gewessler. „Wie ausgereift dieses Konzept ist, müssen die zuständigen Stellen prüfen“, so Weber, die hinzufügt: „Die Bürgermeister der Region waren immer für den Fortbestand der Bahn.“ Ein langfristig gesichertes Verkehrsangebot, das das Mobilitätsbedürfnis der Bürger abdeckt, sei von höchster Bedeutung.

Derweil läuft der Bau des Busbahnhofes Raggendorf, den die Bürgerinitiative als Verschwendung von Steuergeld bezeichnet. Eine Beschwerde von SP-Gemeinderätin Antonia Kaltenbrunner aus Raggendorf gegen den Bau wegen eines angeblichen Zieselvorkommens mündete in zwei Gutachten. Fazit: Ziesel gebe es dort nicht.