Tauziehen um Personal in Strasshof. Die Freiheitlichen werfen SP-Bürgermeister Ludwig Deltl vor, dass er Personal von Fremdfirmen statt heimischer Mitarbeiter einstelle. Der Ortschef kontert: „Vorwürfe haltlos.“

Von Robert Knotz. Erstellt am 09. Juli 2020 (04:42)
Für SP-Bürgermeister Ludwig Deltl ist dieGemeinde der größte Arbeitgeber im Ort.
NÖN

Die FPÖ wirft SP-Bürgermeister Ludwig Deltl vor, dass er Fremdfirmen beauftrage, anstatt Strasshofer Bürgern die Chance auf einen Arbeitsplatz zu geben. Konkret geht es um einen Beschluss des Gemeinderates. In der jüngsten Sitzung wurde über die künftige Reinigung des Schulcampus abgestimmt.

Im Rahmen einer Ausschreibung hätten sich mehrere Firmen beworben. Die Entscheidung fiel auf die Firma ISS, die den Auftrag schließlich an Land ziehen konnte. Die FPÖ kritisiert vor allem, dass bei Fremdfirmen kein Einfluss darauf genommen werden kann, woher die Beschäftigten kommen. „Auf Eigenpersonal zu setzen und somit gezielt Strasshofern die Möglichkeit eines langfristigen Arbeitsplatzes zu bieten, hat absolute Priorität. Dies ist nicht der sozialdemokratische Grundgedanke“, so FP-Gemeinderätin Sabine Kienberger.

Gerade in Zeiten, wo viele Menschen ihren Arbeitsplatz verloren hätten, auf Fremdpersonal zu setzen, sei eine Schande, auch wenn Deltl in der Sitzung behauptet habe, dass für diese Tätigkeit hauptsächlich heimische Mitarbeiter aufgenommen würden.

FP-Gemeinde-rätin Sabine Kienberger wünscht sich mehr heimisches Personal.
privat

„Wie wollen Sie mir erklären, dass dies bei derart vielen Beschäftigten in dieser Firma überhaupt möglich ist? Als Bürgermeister haben Sie eine Verantwortung und dieser kommen Sie nicht nach“, schließt Kienberger. Deltl sieht das anders: „Wir haben ursprünglich für die Reinigung der Europa-Mittelschule eine Firma beauftragt. Das hat sich als sehr effizient herausgestellt. Diesen Weg wollen wir mit dem neuen Gebäude weitergehen.“ Die Gemeinde sei mit etwa 100 Bediensteten einer der größten Arbeitgeber im Ort.

Jährlich würden weitere Mitarbeiter aufgenommen. „Ich sehe diesen Vorwurf der FPÖ als haltlos an. Wegen der Übersiedlung der Volksschule in das neue Gebäude wird auch niemand vom Stammpersonal entlassen. Das ursprüngliche Reinigungspersonal übersiedelt mit“, so der Ortschef.